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Keine Kirchensteuer wegen Homophobie

Ein schwuler Mann auf Guernsey weigert sich, für den Erhalt der örtlichen Kirche zu bezahlen, weil "sie homophob ist"

Leo Thomas, ein schwuler Mann von der Kanalinsel Guernsey, weigert sich in einem offenen Brief, die Steuer für den Erhalt der örtlichen Kirche zu bezahlen, weil der Umgang der Kirche mit der Öffnung der Ehe seiner Meinung nach „homophob“ ist. Auf den Kanalinseln wird für den Erhalt der Gotteshäuser von den Einwohnern der jeweiligen Ortschaften Sorge getragen und muss von jedem bezahlt werden, egal ob er die Kirche besucht oder nicht.Thomas sagt, er fände es ausgesprochen fragwürdig, für eine Kirche bezahlen zu müssen, die „offen gegen die Mitglieder der LGBTI-Community arbeitet“. Der Leiter der Anglikanischen Kirche auf Guernsey sagte, er würde sich persönlich mit Thomas in Verbindung setzen, wollte sich aber nicht öffentlich äußern.

„Wäre die anglikanische Kirche ein Privatunternehmen, könnte ich sie wegen Diskriminierung verklagen, und zwar mit großer Aussicht auf Erfolg“

Leo Thomas führt in seinem Briewf aus: „Ich weigere mich die Steuer zu zahlen, weil die Anglikanische Kirche und ihre Institutionen sich der Öffnung der Ehe gegenüber offen homophob verhalten. Da ich von ihr offiziell als Sünder betrachtet werde, und es als solcher nicht wert bin, in ihr verheiratet werden, warum sollte ich mich an den Kosten der besagten Kirche beteiligen? Wäre die anglikanische Kirche ein Privatunternehmen, könnte ich sie wegen Diskriminierung verklagen, und zwar mit großer Aussicht auf Erfolg.“ Thomas will das Geld auch nicht behalten, sondern würde die rund acht Pfund, die er im Monat bezahlen muss, gern einer gemeinnützigen Organisation zur Verfügung stellen. Guernsey hatte im Dezember die Ehe geöffnet (MÄNNER-Archiv), es wird allerdings noch bis zum sommer dauern, bis die neue Regelung umgesetzt wird. Peter Ferbrache, Abgeordneter im Parlament von Guernsey, sagte, er sei gegen jede Form von Diskriminierung, könne sich aber Thomas‘ Position nicht anschließen. „Die Kirchen sind Teil unseres wichtigen kulturpolitischen Erbes. Sie sollten erhalten werden.“

Foto: Shutterstock/Allard One


5 Kommentare

  1. Stefan Klengel

    Mal Langsam die Kirche im Dorf lassen. Die Kirche besitzt Schätzungen zufolge über ein Vermögen von rund 15 Milliarden US-Dollar. Wenn die Kohle brauchen daran gehen. Kirchensteuer ist Schande.

  2. Bernhard Kreiner

    kirchen bzw der vatikan verfügt über 2-5 billionen euros alleine der deutsche ableger verfügt über 500-1000 milliarden euros und kirchen werden in deutschland mit 50 milliarden euros bezuschusst jedes jahr keine konzern bekommt soviel subventionen


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