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Le Pen will Eheöffnung abschaffen

Stattdessen soll es für Homosexuelle wieder nur „Zivile Partnerschaften“ geben

Marine Le Pen, die Präsidentschaftskandidatin des rechtsextremen Front National, hat deutlich gemacht, wie sie die Rechte von Homosexuellen beschneiden möchte: In ihrem 144-Punkte-Plan zur Wahl heißt es bei Nummer 87, dass sie die Zivile Partnerschaft (PACS) „verbessern“ möchte.

Diese neue PACS soll das Ehegleichstellungsgesetz von 2013 ersetzen. Damals hatte die sozialistische Regierung unter François Hollande die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Das will Le Pen rückgängig machen: Zwar soll ihr Gesetz nicht rückwirkend gelten, bereits verheiratete Paare bleiben also verheiratet.

Sie könnte den ersten Wahlgang gewinnen

Doch falls Marine Le Pen Präsidentin wird und sie diesen Plan umsetzt, können Schwule und Lesben nur noch die Zivile Partnerschaft eingehen. Dies wäre ein Schritt in die Vergangenheit: Zwischen 1999 bis zur Eheöffnung 2013 stand nur der PACS homosexuellen Paaren offen. (Gegen die Ehe für Homosexuelle demonstrierten im Oktober mehrere Tausend Franzosen – MÄNNER-Archiv.)

Doch nicht nur das: Le Pen will darüber hinaus den Zugang zu Reproduktionsmedizin einschränken und Regenbogenfamilien nicht mehr unterstützen.

Le Pen könnte am 23. April als Gewinnerin des ersten Wahlganges bei der französischen Präsidentschaftswahl hervorgehen. Die Kandidatin des rechtsextremen Front National liegt in Umfragen auf dem ersten Platz.

Le Pen: Sieg in der Stichwahl unwahrscheinlich

Auch unter homosexuellen Wählern ist sie beliebt: Laut „Guardian“ unterstützen 2015 rund ein Drittel der verheirateten schwulen oder lesbischen Paare die rechtsextreme Kandidatin. Und auch innerhalb der Partei sind LGBTI vertreten, so etwa Le Pens Stellvertreter Florian Philippot.

Doch selbst wenn Le Pen im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhält, gehen Beobachter nicht davon aus, dass sie die zweite Runde gewinnt. In der Stichwahl wird ihr wohl entweder der parteiunabhängige Emmanuel Macron oder Francois Fillon von den Republikanern gegenüberstehen. Fillon gilt als besonders konservativ und hat als Abgeordneter öfter homofeindlich abgestimmt (MÄNNER-Archiv.)

Titelfoto: flickr.com/Global Panorama/CC BY-SA 2.0


44 Kommentare

  1. Marcel Keller

    AFD verhalten macht sich natürlich an der Seite und allgemein bei Donald Trump mega bemerkbar.

    Zurück gebliebene Menschheit…
    Tyrannen und Zerstörer sind die Menschen…

  2. Christian Tebling

    Die politischen Extreme werden leider in vielen Europäischen Ländern stärker. Unzufriedenheit mit einer Partei oder Regierung sollte dazu auffordern sich selbst einzubringen statt nur auf Protestwahl zu setzen. Letzteres kann nämlich dazu führen das man Gruppierungen Macht verleiht und sich schnell in einer Realität wieder findet die man nicht wollte.

  3. Roman Hoffmann

    Das Eheverbot bringt absolut niemand etwas. Nur Nachteile. Weder Homo- noch heterosexuellen Menschen haben etwas davon. Wie auch ihre ganze Politik nur Nachteile bringen wird

  4. Norman Pom

    Echt eine erschreckende Vorstellung. ABER vor allem das man immer wieder liest das auch Schwule solche Personen bzw. Parteien wählen.
    Leider auch bei und im Deutschland was die AFD angeht.

    Frage mich immer ob diese nur politisch uninteressiert sind…..oder dumm oder nicht lesen können um sich auch mit allen Punkten aus dem jeweiligen Parteiprogramm zu beschäftigen!?

    Traurige Welt. Hoffen wir mal das Sie es nicht schafft!

  5. Benjamin Mietzon

    Das sind ja ganz gewaltige Anschuldigungen! Vielleicht mögen viele Schwule gerade deshalb die AFD, weil sie Veränderungen verspricht. Viele Schwule sind grundsätzlich intolerant, dann passt es ja wieder.
    Aber jedem, der nicht den Einheitsbrei löffeln will Dummheit vorwerfen ist auch nicht besonders klug und zeigt, dass sich überhaupt nicht damit auseinander gesetzt wird, warum das so ist.

    Dass man als Schwuler beim Thema Ehe für alle nicht ganz objektiv urteilen kann, liegt eigentlich auf der Hand. Ich frage mich, ob sich immer alle Schwulen vertreten fühlen, wenn dieses Thema als richtig und wichtig aufgegriffen wird.

  6. Michael Dörr

    liberté, égalité, fraternité

    Was sollte daran so schwer zu verstehen sein ?

    Ob Rechts oder Links ich hoffe sehr das Europa erwacht und sich auf die goldene Mitte besinnt !

  7. Norman Pom

    Klar muss man sich auch damit auseinandersetzen warum sie so wählen Benjamin Mietzon.

    Aber es geht hier erstmal „nur” um die Ehe in diesem Artikel aber ich meine das insgesamt. Als homoxexuelle Person solche Parteien zu wählen die einen in mehren Bereichen deines Lebens beschneiden oder schlimmeres. Und nicht nur diese Menschen z.B. Nur aus Hass auf Ausländer etc.

    Sehe das schon differenziert aber das kann man ja hier nicht alles ausführlich dagegen. Es geht hier um Gleichstellung, Rechte für alle und um Folgen die aus diesen Dingen entstehen können…..nicht nur für diese Gruppe.

  8. Norman Pom

    Ergänzung; Wer bei klaren Verstand ist wählt nicht so eine Partei mit solchen Inhalten. Nur aus Protest so eine Wahl zu treffen ist auch nicht besonders intelligent. Wir können auch hier in Deutschland schnell wieder andere Zustände bekommen. Denke ich zumindest. Aber jedem seine Meinung.

  9. Alexander Gallius

    In der Überschrift steht „rückgängig ” machen… Im Text das sie es nur umbenennen will…. klingt irgendwie populistisch… Gibt es wohl auf beiden Seiten… Und ist irreführend. Ist doch egal wie die Partnerschaft heißt… Hauptsache sie gibt es…

  10. Roman Hoffmann

    Allein schon Deutschlands Erfahrung mit der NSDAP muss eine überdeutliche Warnung gegen die AfD sein. Geschichte ist auch dazu da um aus den Fehlern zu lernen!!! Ein neuerliches, rechtes AfD-Experiment um zu sehen was die Folgen daraus sind ist nicht notwendig.

  11. Claudia Schulz

    wenn lsbti rechte parteien wählen, ist deren menschenfeindlichkeit zweitrangig. die ausländerfeindlichkeit ist wichtiger. dass wir gleich danach drankommen- so weit können sie nicht denken.

  12. Werner Matrisch

    Benjamin Mietzon Veränderung? Ja…Ihnen kann ich nur empfehlen sich dann einmal genau das Parteiprogramm der AFD anzusehen, ..und auch sich einmal klar machen wie sich z. B. ein Herr Höcke das zukünftige Deutschland vorstellt. „Veränderungen”!!!!

  13. Benjamin Mietzon

    Ich kenne das Parteiprogramm ;). Ich ermögliche hier nur mal Einblicke in andere Meinungen. Es dreht sich nicht immer nur um Homosexuelle – wir zählen zu einer Minderheit und sollten nicht immer so auf die komplette Gleichstellung pochen. Zumindest meiner Erfahrung nach sind viele jetzt schon genervt davon.

    Und für Herrn Matrisch: Herr Höcke vertritt nicht die AFD; er wird langfristig von der Partei ausgeschlossen. So könnte es auch gerne noch anderen aus der Partei ergehen, das macht sie aber trotzdem nicht undemokratisch. Ich verweise hier auf Ermittlungen des Staatsschutzes gegen Antifa – eine echte Gefahr für Demokratie. Wohingegen die AFD keine ermittlungsrelevante Partei zu sein scheint. Just sayin’ …

  14. Meiik Wojak

    Diese Rechten Homosexuellen Wähler/in wissen schon, was mit Homosexuellen im 3ten Reich gemacht wurde?! Erst hat Hitler auch gewisse Völkerguppen gebraucht um an die Macht zu kommen, aber es waren auch diese Völkerguppen die als erstes mit in den Gaskammer gekommen sind.

  15. Hey Andi

    Politik hat nichts mit Schwul zu tun. klar denkt man, wer mit Problemen und Hass groß geworden ist, müßte anders wählen als rechts. Ist aber nicht so. Minderheiten verstehen sich untereinander nicht, müßten aber. So hassen Moslems zum großen Teil uns. So regen sich Schwule über andersfarbige Nachbarn auf. Und und und Und die großen Gruppe freuts

  16. Ben Couvin

    Mach keine Sorge : ich kann heute euch versichern, dass Le Pen nicht gewinnen wird. Der einzige Kandidat, der für mehr LGBT Rechten steht (auch die Möglichkeit einfach den Zivilstatus zu verändern) ist Jean-Luc Mélenchon ! Wir müssen ihn als Präsident haben !


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