soldiers

Liebesbriefe zweier Weltkriegssoldaten

Ein kleines Museum in England stellt die Briefe aus

„Mein Liebster, es gibt nichts, was ich mehr im Leben mehr wünsche, als dich stets bei mir zu haben. Der Rest der Welt hätte keine Vorstellung davon, was unsere Liebe ist. Sie wissen nicht, dass es Liebe ist.“ Über 70 Jahre ist es her, dass sich Gilbert Bradley und Gordon Bowsher solche Liebesbriefe geschrieben haben.

Das Besondere: Beide Briten waren Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Ihre Liebe stand damals noch unter Strafe. Dass ihre über 600 Briefe die Zeit überdauert haben, grenzt an ein Wunder. Dass sie jetzt der Öffentlichkeit zugänglich werden, ist Mark Hignett zu verdanken.

„G“ ist keine Frau, sondern Gordon

Er ist Kurator des Heimatmuseums von Oswestry im englischen Shropshire. 2008 hat er nach Gilbert Bradleys Tod drei Briefe aus dessen Nachlass erworben, um sie im Museum auszustellen. Die Liebesgeschichte zwischen Bradley und „G“ ließ ihn nicht mehr los. Er suchte nach weiteren Briefen, um mehr über die Liebe zu erfahren.

Er hat Tausende Pfund ausgegeben, um die über 600 Briefe zu erwerben, die sich das Paar zwischen 1939 und 1944 geschickt hat, berichtet die BBC. Erst dann ist der Kurator darauf gekommen, dass es sich bei „G“ nicht um eine Frau, sondern um Gordon Bowsher handelte.

letter

Über 600 Briefe hat sich das Paar geschrieben. (Foto: Oswestry Town Museum)

Die beiden haben sich 1938 kennengelernt. Als der Krieg gegen Deutschland ausgebrochen ist, wurden sie eingezogen. In einem Camp sollten sie sich auf den Kampf vorbereiten. Dort begannen sie, einander die Liebesbriefe zu schreiben.

Die Briefe zu veröffentlichen, war der Wunsch der Soldaten

Ein mehr als gefährlicher Liebesbeweis: Zu dieser Zeit wurden homosexuelle Kontakte in Großbritannien mit Gefängnis bestraft. Soldaten drohte sogar die Todesstrafe. Dennoch hielt die Beziehung nicht: Bradley verliebte sich auf einer Mission in Schottland. Sein Freund schrieb, er könnte verstehen, weshalb sich andere in ihn verlieben. 1945 brach der Briefkontakt ab. (Erst dieses Jahr wurden verurteilte Schwule in Großbritannien begnadigt – MÄNNER-Archiv.)

Mark Hignett vom Heimatmuseum möchte die über 600 Briefe als Buch veröffentlichen. Sie seien ein wichtiges Zeugnis europäischer LGBTI-Geschichte. Außerdem würde sich so ein Wunsch der beiden Soldaten erfüllen. In einem Brief schreiben sie: „Wäre es nicht wunderbar, wenn all unsere Briefe in einer anderen, aufgeklärteren Zukunft veröffentlicht werden könnten? Dann könnte die ganze Welt sehen, wie sehr wir ineinander verliebt sind.“

Titelfoto: Symbolbild – Imperial War Museums – public domain


2 Kommentare


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close