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Mehr Fälle von Hepatitis A bei Schwulen

Eine Impfung schützt vor der Infektion

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Ende 2016 beobachtet, dass sich die Fälle von Hepatitis A unter schwulen Männern vermehren. Im Vergleich zu den fünf Vorjahren wurden für Berlin doppelt so viele Hepatitis A-Infektionen gemeldet. Auch in München haben sich mehr Männer, die Sex mit Männern haben, mit Hepatitis A angesteckt. Ein Rückgang sei nicht erkennbar, so dass mit weiteren Erkrankungen zu rechnen sei. (Auch Syphilis ist auf dem Vormarsch – MÄNNER-Archiv.)

Das RKI empfiehlt daher allen Schwulen, sich gegen die durch Viren übertragene Leberentzündung impfen zu lassen. Wer schon bei seinem Arzt ist, kann sich auch gleich gegen Hepatitis B impfen lassen. Für schwule Männer übernehmen die Krankenkassen die Kosten, da eine entsprechende Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission besteht.

Hep B: Übertragung übers Knutschen

Hepatitis A ist vor allem als Reisekrankheit bekannt, da man sich über verunreinigtes Wasser oder nicht ausreichend erhitzte Lebensmittel infizieren kann. Doch eine Übertragung ist auch beim Rimming möglich oder wenn winzige Kotspuren, die an benutzten Gummis oder Dildos sein können, an den Mund gelangen.

Das gilt auch für gemeinsam benutzte Gleitgeltöpfe. Hepatitis B-Infektionen sind zum Beispiel beim Knutschen mit kleineren Blutungen im Mund möglich oder beim gemeinsamen Benutzen von Röhrchen beim Sniefen von Drogen.

Impfungen helfen zuverlässig

Häufig bleibt eine Hepatitis-Infektion unbemerkt. Leichtes Fieber, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit gehören zu den Symptomen, weshalb eine Ansteckung oft mit einer Grippe verwechselt wird. Typisch sind auch Bauch- und Gelenkschmerzen. Hepatitis A heilt immer aus, Hepatitis B wird in fünf bis zehn Prozent der Fälle chronisch. (Hepatitis C wird viel häufiger chronisch – mehr dazu in einer Ausgabe des Gesundheitsmagazins M+)

Kondome helfen nur bedingt vor einer Übertragung. Eine Impfung schützt dagegen sicher vor einer Infektion. In der Regel erhält man innerhalb eines halben Jahres dreimal eine Spritze. Vier Wochen nach der letzten Impfung wird der Impferfolg mit einer Blutprobe kontrolliert.

Titelfoto: Shutterstock/Mohd KhairilX


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