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Milo Yiannopoulos verliert Buchvertrag

Der rechte Journalist verlässt auch „Breitbart“

Der umstrittene Journalist Milo Yiannopoulos hat in einem erst jetzt bekannt gewordenen Interview sexuellen Missbrauch an Minderjährigen sowie Pädophilie gerechtfertigt. Die konservative Webseite „The Reagan Battalion“ hat via Twitter Ausschnitte aus einem Interview veröffentlicht, das der 33-Jährige Anfang 2016 dem Podcast „Drunken Peasants“ gegeben hat.

Darin sprach der schwule Milo Yiannopoulos über verbotene Beziehungen zwischen Lehrerinnen und Schülern: „Der Junge ist das Raubtier in dieser Situation.“ Außerdem sagte er, dass die Beziehung eines 13-Jährigen zu einem erwachsenen Mann „vollkommen einvernehmlich“ sein könne.

„Ich bin dankbar für Pater Michael“

In der homosexuellen Welt würden die älteren Männer den Jungen helfen, so zu sich selbst zu finden. Die „willkürliche und unterdrückende Idee von Einvernehmlichkeit“ sei das eigentliche Problem, sagte Yiannopoulos. „Wir sind besessen von Missbrauch, wir sind besessen von diesem Kindesmissbrauchs-Zeug.“

Daraufhin sagte der Moderator, das erinnere ihn an katholische Priester, die Schutzbefohlene missbrauchen. Die wohl lustig gemeinte Antwort von Yiannopoulos: „Weißt du was? Ich bin dankbar für Pater Michael. Ich wäre heute nie so gut beim Oralsex, wenn es ihn nicht gegeben hätte.“

Sein Twitter-Account wurde dauerhaft gesperrt

Damit wird dem britisch-griechischen Journalisten ausgerechnet das zum Verhängnis, was ihn ausgemacht hat: Der Kampf gegen politische Korrektheit unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit.

Der Journalist für das Alt-Right-Online-Magazin „Breitbart“ ist immer wieder durch frauen-, islam- und judenfeindliche Äußerungen. Im Sommer sperrte Twitter seinen Account, nachdem er eine Hetzkampagne gegen die afroamerikanische Schauspielerin Leslie Jones gestartet hatte.

Der Verlag kündigt Buchprojekt

Seine Äußerungen zu Pädophilie könnten seine letzten großen Provokationen gewesen sein: Bereits am Montag strich die „Conservative Political Action Conference“, ein wichtiges Meinungsforum für junge amerikanische Konservative, ihn von der Rednerliste.

Außerdem kündigte der Verlag „Simon & Schuster“ an, ein geplantes Buchprojekt mit Yiannopoulos nicht weiterzuverfolgen. Für „Dangerous“, einen Kommentar zur freien Meinungsäußerung, hatte der 33-Jährige angeblich 250.000 Dollar Vorschuss erhalten. (Erst im Januar haben Studenten einen Auftritt von Yiannopoulos verhindert – MÄNNER-Archiv.)

Er bedauert die „falsche Wortwahl“

Milo Yiannopoulos versuchte indes, das ein Jahr alte Interview zu relativieren. „Ich möchte einmal mehr meine absolute Abscheu für Erwachsene zum Ausdruck bringen, die Minderjährige missbrauchen“, postete er bei Facebook. Er könne verstehen, dass das Interview falsch rüberkommen könnte. „Ich trage eine Mitschuld“, gibt er zu. Gleichzeitig betonte er, dass er selbst Opfer von Missbrauch war.

Dennoch zog er Konsequenzen aus dem Interview und kündigte wenig später bei „Breitbart“. „Es wäre nicht richtig, wenn meine falsche Wortwahl die Berichterstattung meiner Kollegen behindert. Also scheide ich heute bei Breitbart mit sofortiger Wirkung aus. Das ist allein meine Entscheidung“, sagt der Blogger in einem Statement. (Wie homophob ist Steve Bannon, der Chef von Breitbart? – MÄNNER-Archiv.)

„Sie haben mich nur stärker gemacht“

„Breitbart hat zu mir gestanden, als andere es nicht taten. Sie haben mir erlaubt, konservative und freiheitliche Ideen in die Gemeinschaft zu tragen, die diese sonst nie gehört hätte. Breitbart war ein signifikanter Faktor für meinen Erfolg.“

Auf Facebook gab er „den Medien und dem republikanischen Establishment“ die Schuld an dem veröffentlichten Interview. „Es ist krank. Aber sie haben mich nicht getötet. Sie haben mich nur stärker gemacht.“

Er bedankte sich für die Unterstützung seiner Fans und kündigt an, der Vorfall sei „in ein paar Monaten eine entfernte Erinnerung“. Er werde sich mit Details zu einem neuen Verlag und einer neuen Tour melden. Eins ist sicher: Die Aufmerksamkeit wird ihm auch dann sicher sein.

Titelfoto: Imago/ZUMA Press


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