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Neuseeland begnadigt Schwule

Etwa 1000 Männer sind betroffen

Homosexualität war in Neuseeland bis 1986 verboten. Jetzt hat die Regierung entschieden, die Verurteilungen wegen einvernehmlichen schwulen Geschlechtsverkehr aufzuheben. Justizministerin Amy Adams von der konservativen National Party entschuldige sich außerdem bei den Betroffenen.

„Es gibt keinen Zweifel daran, dass homosexuelle Neuseeländer, die verurteilt und damit als Kriminelle gebrandmarkt wurden, gewaltig dadurch verletzt wurden und Stigmata erlitten haben“, erklärte die Politikerin.

Keine automatische Aufhebung der Urteile

Es wird geschätzt, dass etwa 1000 Homosexuelle davon betroffen sind. „Es tut uns leid, was diese Männer und ihre Familien durchleben mussten.“ Eine finanzielle Entschädigung erhalten die damals verurteilten Männer jedoch nicht. (Ein neuseeländischer Abgeordneter hat sich aus Protest gegen die Kirche geoutet – MÄNNER-Archiv.)

Außerdem sollen die Urteile nicht automatisch aufgehoben werden. Die Justizministerin begründete dies damit, dass heute nicht mehr zwischen einvernehmlichem und erzwungenem Geschlechtsverkehr unterschieden werden kann. Früher hat das Gesetz dabei keinen Unterschied gemacht.

Zunächst drohte Schwulen die Todesstrafe

Der Gesetzesentwurf der Ministerin stößt bei allen Parteien auf Zuspruch, weshalb eine schnelle Verabschiedung erwartet wird. „Wir denken, das ist ein Fall, wo die Gesellschaft heute der Meinung ist, dass sich die Menschen nicht schuldig gemacht haben, auch wenn es damals der Fall war“, sagte Amy Adams.

1986 wurden homosexuelle Handlungen legalisiert. Eingeführt wurde der Paragraf von der britischen Kolonialmacht in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zunächst wurden Schwule mit der Todesstrafe bestraft. Lesbische Frauen waren von dem Gesetz nie betroffen.

In Deutschland steht die Rehabilitierung aus

Seit 2013 dürfen homosexuelle Neuseeländer heiraten. Das ist für das Land auch ein enormer Tourismusfaktor: Bei einem Viertel der geschlossenen Ehen handelt es sich nicht um Einheimische, sondern um Australier. Dort steht die Eheöffnung noch aus (MÄNNER-Archiv).

Erst Ende Januar hat England mit dem Alan-Turing-Gesetz ebenfalls schwule Männer begnadigt (MÄNNER-Archiv). In Deutschland arbeitet Justizminister Heiko Maas (SPD) aktuell an einer Rehabilitierung inklusive finanzieller Entschädigung (MÄNNER-Archiv).

Titelfoto: Shutterstock/Rawpixel.com


4 Kommentare

  1. Tonio Paglialonga

    Na wurde auch langsamzeit. Ich frag mich die Menschen die was gegen lgbt was habe sind echt zu oft vom wickeltisch gefallen. Seine Sexualität Such man sich nicht aus man wird da mit geboren. Können wir nicht alle in ruhe durchleben gehen.
    Nur weil ihr oder einige noch in der Epoche leben. Adam und Eva. Bla bla bla. Ich entscheide wen ich liebe und wen ich liebe darf Punkt ob hetero oder Bi oder sonz was es ist liebe mehr ist es nicht.


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