Breitbart Journalist Milo Yiannopoulos erklärt Rücktritt Breitbart tech editor Milo Yiannopoulos ann

Oh Boy

Unsere QUOTENFRAU Katja Thorwarth macht sich heute über Milo Yiannopoulos lustig. Richtig so.

Auf Facebook postet sich der stramm rechte schwule Anti-Feminist Milo Yiannopoulos gerade um Kopf und Kragen. Falsch verstanden fühlt sich der Alt-Right-„Posterboy“ (Süddeutsche Zeitung und andere) aus dem Trump-Lager, der in einem Interview von 2016 Pädophilie relativiert und  Sex zwischen 13-Jährigen und älteren Männern für ok befunden hatte, solange sich die Jungs bereits in der Pubertät befinden. (MÄNNER-Archiv) „Wir sind besessen von diesem ,…, Kindesmissbrauchszeug“, posaunte es aus ihm heraus, um sich by the way noch retrospektiv bei einem seinerzeit 29-jährigen Priester zu bedanken, der ihn mit 17 in Sachen Oralsex – „ich wäre heute nie so gut“ – unterrichtet habe.

Ihr Hass ist sein Applaus von ganz rechts außen

Da freuen wir uns mit Mr. Yiannopoulos, dass er so früh die angemessene Förderung erfuhr, doch ist er mit 17 nun mal keine 13 mehr. Diese feine und nicht ganz unerhebliche Feststellung dürfte den Dampfplauderer nicht weiter scheren, hatte sein wilder Auftritt einzig den Zweck, dem so verhassten, politisch korrekten Establishment mitsamt seinen islamophilen Feministinnen einen mitzugeben: Ihr Hass ist sein Applaus von ganz rechts außen, dürfte sich der Wahlamerikaner gedacht haben, hat ja auch in der Vergangenheit prima geklappt. Das dokumentiert beispielhaft seine rassistisch-sexistische Hetzkampagne gegen die schwarze Schauspielerin Leslie Jones, die ihm zwar eine lebenslange Sperre auf Twitter einbrachte, seinen Status als junge Gallionsfigur im US-amerikanisch-rechtsextremen Marschkörper zumindest kurzfristig zementiert haben dürfte.

„Wäre es Ihnen lieber, Ihr Kind leidet an Krebs oder an Feminismus?“

Auf dem Podcast „Drunken Peasants“ hat er sich aber gründlich verzockt, wobei der Feind aus seinem eigenen Lager kommt: Der rechte Blog „The Reagan Bataillon“ hat auf dem Höhepunkt seiner Popularität bei „Breitbart“ und im Dunstkreis von Donald Trump jenes Gespräch unters Volk gepostet, das ihn in die Schmuddelecke verortet, bei der selbst beim wirren US-Präsidenten samt Anhang Schluss ist mit lustig. Ein cleverer Schachzug, könnte man meinen, denn Yiannopoulos hatte als schwules „Enfant terrible“ Donald Trump auch für Homosexuelle wählbar gemacht, als Starschreiber von „Breitbart“ gegen den Islam gewettert und – „Wäre es Ihnen lieber, Ihr Kind leidet an Krebs oder an Feminismus?“ – ganz nach dem Geschmack der weißen Obermachos gegen weibliche Emanzipation geätzt. Dabei hatte er erfolgreich auf ein Glaubwürdigkeitsnarrativ gebaut, da er als „Amerikas gefährlichste Schwuchtel“ (Selbstbezeichnung) im heterosexuellen Klischeebaukasten eigentlich ein weichgespülter Frauenversteher sein müsste, der es aber offensichtlich besser weiß.

Applaus ist im Kontext einer zügellosen Karrieregeilheit natürlich auch von der Seite willkommen, die einen wie ihn im Normalfall am liebsten kastrieren würde, doch jetzt lassen sie „Trumps schönsten Hassprediger“ (Stern) mitleidlos fallen. Auch „Daddy“ Trump hüllt sich in eisernes Schweigen, während Yiannopoulos die Flucht nach vorne ergreift, was ihm im homophoben Milieu der amerikanischen Rechten nicht viel nützen dürfte.

Vielmehr scheint er Opfer seiner eigenen Fehlkalkulation zu sein

„Ich bin ein schwuler Mann und ein Missbrauchsopfer”, postet er auf Facebook, als täte dieses Outing seine Statements aus der Historie löschen. Missverstanden fühlt er sich, er, der bereits nach eigener Aussage „drei Pädophile“ geoutet habe: „Das ist drei mehr als jeder meiner Kritiker und eine eigenartige Strategie für einen vermeintlichen pädophilen Apologeten.“ Außerdem seien sämtliche Formulierungen seinem britischen Sarkasmus geschuldet, Sex mit 13-jährigen Jungs sei natürlich nicht ok, als er 13 sagte, habe er das Alter gemeint, in dem er selbst seine Unschuld verlor.

Vielleicht stimmt es sogar, und Yiannopoulos ist Opfer seiner sprachlichen Schlampigkeit sowie einer Verschwörungskampagne von Trump-Gegnern, wie er auf Facebook andeutet. Mitleid ist dennoch völlig unangebracht und zumindest Ersteres äußerst unwahrscheinlich, was seine sprachliche Präzession nahelegt, sobald er Feministinnen oder Muslime mit Dreck bewirft. Vielmehr scheint er Opfer seiner eigenen Fehlkalkulation, die eigene Popularität dadurch zu steigern, indem er sich dem natürlichen Gegner andient. Denn die Zoten fürs rechtsextreme Sammelalbum funktionieren maximal temporär; wenn’s darauf ankommt, schubsen die weißen Heteromacker den ehemalige „Breitbart-Star“ (Russia Today deutsch) wieder das Karrieretreppchen hinunter: „Sorry, Milo, so sad, but…“

Foto: Imago/UPI


5 Kommentare

  1. Culann Brock

    Der ist ein Witz. Mehr will ich nicht sagen es gibt schon genug Hass und Hetze auf dieser Welt. Ich will mich ab sofort nicht mehr daran beteiligen. Weil es auch nichts bringt und schon gar nicht im Netz.

  2. Christoph Kuhlmann

    It is comical that when Milo is accused of being a paedophilia supporter, he is able to compose clear sentences with substance to their meaning.

    It is not surprising that the worst of the German gay community, like David Berger, still support him.

    Milo is the American version of David Berger; just an actually successful version.

    Good riddance to both.


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