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Unterschriftenaktion: Asyl für Franco!

Der Nigerianer Franco konnte laut Behörden nicht "beweisen", dass er schwul ist - und soll nun aus Schweden abgeschoben werden

Ein junger Nigerianer soll aus Schweden abgeschoben werden – weil er angeblich nicht „beweisen” konnte, schwul zu sein. Was sich anhört wie ein Fall aus der Nachkriegszeit, ist bittere Realität: Der Nigerianer Franco war aus seiner Heimat geflohen, nachdem Schwulenhasser ihn in seinem Haus brutal überfallen hatten. Sein Freund wurde bei dem Überfall getötet. In Schweden suchte er Schutz – und Asyl. Doch die Einwanderungsbehörden zweifelten an seiner Geschichte.

Franco soll in Schweden bleiben dürfen! – Das fordert eine Unterschriftenaktion auf der Kampagnenplattform Allout.org. Bisher haben über 50.000 Menschen den offenen Brief unterzeichnet, der sich an Morgan Johansson wendet, den schwedischen Justiz- und Migrationsminister. Initiiert wurde die Aktion von Allout gemeinsam mit dem zusammen mit dem Schwedischen Verband für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Queer (RFSL).

„Schweden muss ein sicheres Land für alle LGBT sein!”

„Die Rechtsunsicherheit für asylsuchende LGBT-Menschen muss ein Ende haben. Schweden muss ein sicheres Land für alle LGBT-Menschen sein. Wir können nicht weiterhin Menschen in Situationen abzuschieben, in denen sie den Tod riskieren”, sagt Frida Sandegard, Vorsitzende der RFSL.

„Er ist kein Einzelfall. Viele Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans* werden von den schwedischen Behörden genauso behandelt”, heißt es im Offenen Brief, und weiter: „Wir fordern Sie auf, Francos Abschiebung auszusetzen und humane Verfahren sowie Weiterbildungen für die Mitarbeiter der Einwanderungsbehörden, die an Asylanträgen von LGBT* arbeiten, einzuführen.”

LGBT-Aktivist_innen flüchten aus Nigeria

Homosexualität ist in Nigeria gesellschaftlich tabuisiert, homosexuelle Handlungen werden seitens des Staates bestraft. 2014 unterzeichnete Präsidenten Goodluck Jonathan ein Gesetz, das die Verfolgung von Lesben und Schwulen verschärfte: Es bestraft nicht mehr „nur” gleichgeschlechtlichen Sex, sondern verbietet auch Treffen von Homosexuellen, gleichgeschlechtliche Küsse und die Teilnahme an einer Verpartnerungszeremonie oder gleichgeschlechtlichen Eheschließung, egal, ob diese in Nigeria oder im Ausland stattfindet. Aktivisten wie Bisi Alimi haben Nigeria deswegen verlassen (MÄNNER-Archiv).

Nicht nur in Schweden, auch in Deutschland gibt es immer wieder Fälle, in denen der Staat sich weigert, Homosexualität als Asylgrund anzuerkennen. Im April 2016 etwa lehnte das Bundesamt für Asyl, Migration und Flüchtlinge den Asylantrag eines Syrers zunächst ab, weil er in der Heimat nicht geoutet gewesen sei (MÄNNER-Archiv). Die EU-Kommission hat Deutschland und andere EU-Länder aufgefordert, ihre Asyl-Verfahren anzupassen und LGBT Bleiberecht zu gewähren (MÄNNER-Archiv).

Foto: Allout.org


8 Kommentare

  1. Hey Andi

    Da läuft einem die Galle über. Aber was ist überhaupt aus Afrika geworden. So viel Schlimmes hat man ja früher, also vor 30-40 Jahren nicht gehört. Als ob sich alles dort verschlechtert hat? Die meisten Staaten sind Schwulenhasser. Was unternimmt die UNO oder unsere EU dagegen, ansonsten kommen doch immer mehr hier her. Angenommen es leben dort 1,2 Mrd, sind davon mit rund 20 Millionen LBGTs. Dazu kommen ja noch die anderen Probleme. Hunger, Krieg, Beschneidung. Auffanglager nützen da wenig.


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