beauty-beast-tokyo

Der Schwule und das Biest

Russland verpasst Disneys "Die Schöne und das Biest" die Altersgrenze "ab 16" - wegen einer schwulen Nebenrolle

Die guten Nachrichten: Der neue Disney-Film „Die Schöne und das Biest“ (u.a. mit Harry-Potter-Star Emma Watson) enthält auch eine schwule Nebenrolle. Filmstart in Deutschland: 16. März. Und er startet sogar im per Gesetz homophoben Russland.

Die schlechte Nachricht: Wegen der schwulen Nebenrolle erhält diese mutmaßlich höchst familientaugliche Schmonzette eine Altersbeschränkung ab 16 Jahren. Der Duma-Abgeordnete Witali Milonow, bekannt als notorischer Homo-Hasser, hat sogar gefordert, den Film ganz zu verbieten: Er sei  eine „offene und schamlose Propaganda der Sünde und sexuellen Perversion unter dem Deckmantel eines Märchens“.

Milonow, erinnern wir uns, lässt keine Gelegenheit aus, im russischen Parlament gegen den vermeintlich schädlichen Einfluss von öffentlicher Homosexualität zu wettern. Er steckt auch hinter dem Vorbild für das Gesetz, das Homosexualität in der Öffentlichkeit in Russland verbietet.

LeFou darf Gaston anhimmeln

Das an sich wäre sehr lustig, wenn es nicht so traurig wäre. Zumal die schwule Nebenfigur nicht mal gut wegkommt. Man hätte auf eine Amour fou zwischen Kerzenleuchter Lumière und Wecker Herrn von Unruh gehofft (wie die taz), doch es ist LeFou, der trottelige Knappe/Sidekick von Dorfschönling/Gauner Gaston, der seinen Kumpel in einer Szene anhimmelt. Kein Kuss, keine Intimität, nicht mal eine Umarmung oder sonstiges Zeichen von Hingezogenheit.

Na danke, kann man da von schwuler Seite sagen. Wieder mal die tragische, unerfüllte Liebe. Noch dazu so versteckt, dass Regisseur Bill Condon dazu sagen kann, LeFou sei „über seine Sexualität verwirrt“, es sei nur ein „schwuler Moment“. Das berichtet die Nordwest-Zeitung. SAD!

Wobei man zur Verteidigung von Bill Condon sagen muss, dass dieser selbst schwul ist und in früheren Filmprojekten nicht gerade homophob war. Etwa bei „Gods and Monsters“ von 1998, das vom Altern des offen schwulen Regisseurs James Whale erzählt. Doch ein Blockbuster muss familientauglich sein. Familientauglich für die USA.

Foto: „Die Schöne und das Biest“ in Tokyo, von Raelene G / wikimedia (CC2.0)


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close