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Kleine Männer

Ab heute im Kino: Ira Sachs erzählt in "Little Men" von Freundschaft und vom Erwachsenwerden

Es ist unbestritten, dass Ira Sachs, neben zum Beispiel Todd Haynes (MÄNNER-Archiv), zu den relevantesten Stimmen des amerikanischen Queer Cinema gehört. Begründet hat er diesen Ruf bereits in den Neunziger Jahren mit seinem wunderbaren Debütfilm „The Delta“, vehement untermauert hat er ihn zuletzt mit dem autobiografischen „Keep the Lights On“ und der berührenden, bei uns nur auf DVD erschienenen Liebesgeschichte „Love Is Strange“ (mit Alfred Molina und John Lithgow).

Es geht um Freundschaft zwischen Jungs

Noch passender wäre es allerdings, Sachs ganz allgemein als einen der spannendsten und versiertesten Regisseure des amerikanischen Independentkinos allgemein zu bezeichnen. Denn erstens hat er die LGBTI-Nische gar nicht nötig – und zweitens hat längst nicht jeder seiner Filme eine solche Geschichte. Sein neuer Film „Little Men“ etwa erzählt vom Erwachsenwerden, von Freundschaft und von Gentrifizierung. Der 13-jährige Jake (Theo Taplitz) zieht nach dem Tod seines Opas mit seinen Eltern (Greg Kinnear & Jennifer Ehle) in dessen Apartment in Brooklyn und freundet sich mit dem gleichaltrigen Tony (Michael Barbieri, eine echte Entdeckung) an, dessen Mutter (großartig: Paulina Garcia) im Erdgeschoss eine Schneiderei betreibt. Doch die Konflikte, die mit Blick auf die Miete bald zwischen den Erwachsenen entstehen, haben auch Einfluss auf die Freundschaft der Jungs.

Nur sehr zart schwingen hier homoerotische Untertöne in der Beziehung der beiden

Nur sehr zart schwingen hier homoerotische Untertöne in der Beziehung der beiden oder zumindest in Jakes Gefühlen mit, den Sachs zeigt sie in jenen letzten Momenten der Jugend bevor pubertäre Hormone das Thema Sex in den Vordergrund rücken. Bedauerlich ist das nicht, denn gerade diese Zartheit, die Ruhe und die Subtilität mit denen der Filmemacher seine kleine Geschichte erzählt, machen „Little Men“ zu seinem großen Film. Das ganz große Drama hat hier keinen Platz, doch gerade dadurch zeichnet Sachs ein greifbares, wahrhaftiges Bild von sozialen Strukturen in New York, von Familienstrukturen und zwischenmenschlichem Verhalten. Und eben von Jungsfreundschaften in jenem ganz besonderen Alter, in dem Unschuld und große Gefühle noch Hand in Hand gehen.

Fotos: Edition Salzgeber

Der Trailer und die schönsten Bilder aus „Little Men”


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