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Griff ins Klo: North Carolinas HB2

Neue Analysen enthüllen die verheerenden Folgen von North Carolinas transphobem "Toiletten-Gesetz"

Diskriminierende Gesetze zahlen sich nicht aus. Das zeigen neue Analysen der Associated Press (AP) in North Carolina. Ende 2017 wird der US-Bundesstaat 525 Millionen Dollar verloren haben, in zwölf Jahren werden es 3,76 Milliarden sein. Der Grund: Wegen seines transphoben HB2-Gesetzes wird die Region zunehmend von Organisationen und Wirtschaftsunternehmen gemieden. Dadurch bleiben wichtige Einnahmen aus. Allem voran steht der Boykott der National Collegiate Athletic Association (NCAA), die bislang viele Turniere hier austrug, den Staat infolge von HB2 nun aber meidet. Obendrein rief die NCAA weitere Wirtschaftsunternehmen dazu auf, North Carolina zu boykottieren. Ein Aufruf der bereits nach einem Jahr Wirkung zeigt.

Die Republikaner verneinten negative Folgen. Sie haben sich geirrt!
Zur Vorgeschichte: Am 23. März 2016 unterzeichnete der republikanische Gouverneur Pat McCrory im Rahmen des „Public Facilities Privacy & Security Act” ein Gesetz, dass verordnete, dass die Benutzung öffentlicher Toiletten dem angeborenen biologischen Geschlecht unterliege. Was in der Umsetzung bedeutete, dass Transsexuelle bei jedem Klobesuch ihre geschlechtliche Identität verleugnen müssen. McCrory bestritt, dass diese gesetzlich festgeschriebene Diskriminierung negative Folgen für seinen Bundesstaat haben könnte. Doch er irrte. Von Anfang an gab es massive Proteste gegen das so genannte HB2 (von „House Bill 2”)  oder „Bathroom Bill”. Daran waren nicht nur LGBTI-Aktivisten, sondern auch Superstars wie Bruce Springsteen beteiligt (MÄNNER berichtete).

Ein Jahr später: Investoren bleiben aus!
Als sich kürzlich die Verabschiedung von HB2 zum ersten Mal jährte, ging AP mit Analysen an die Öffentlichkeit, die schon jetzt massive Schäden für die Wirtschaft zeigen. Neben dem Ausbleiben von Turnieren der NCAA (die bis 2022 keine Veranstaltungen in North Carolina vorsieht) bleiben Investitionen von Großunternehmen wie PayPal, Adidas, Lionsgate Televison und der Deutschen Bank aus. Jobs werden abgezogen, Standorte verlegt. Laut AP sind bereits 2.900 Arbeitsplätze in andere Bundesstaaten abgewandert. Und es werden wegen der Negativ-Publicity immer mehr. Shelly Green, Sprecherin des Tourismusbüros von Durham sieht die Entwicklung mit Sorge. Sie verglich den Zustand auf The New Civil Rights Movement mit einem Mülltonnenbrand, dem sich keiner zu nähern wagt.

Titelbild: Shutterstock


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