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Befreit euch!

So feiert die Welt den Transgender Day of Visibility

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„Der 31. März ist#transgenderdayofvisibility, und ich entscheide mich dafür sichtbar zu sein, in der Hoffnung, damit andere zu ermutigen und Menschen zu zeigen, dass man es wert ist, man selbst zu sein”, schreibt Jaimie Wilson zum Internationalen Tag der Sichtbarkeit von Transgendern auf seinem Instagram-Account. Dazu postet der Amerikaner ein Bild, in dem er sich die Bezeichnungen jenes Geschlechts auf den Oberkörper geschrieben hat, die 18 Jahre seines Lebens auf ihn angewendet wurden, obwohl sie nie stimmten. Denn auch wenn Jaimie in einem weiblichen Körper geboren wurde, war er immer ein Mann. Inzwischen lebt er selbstbewusst als solcher und ermutigt in den sozialen Medien andere Trans* ebenfalls zu ihrer geschlechtlichen Identität zu stehen. Erst vor einer Woche postete er ein Vorher-Nachher-Foto, in dem er seine weibliche Erscheinung aus dem Jahr 2005 seinem heutigen Aussehen gegenüberstellte. Gleichzeitig forderte er dazu auf, Menschen nie nach ihrem Äußeren zu beurteilen und ihnen nie mit Ungläubigkeit zu begegnen, wenn sie sich als Transgender outen. Weil so ein Coming-out  schwer genug ist. Wer sich dazu durchringt, will sich nicht obendrein rechtfertigen.

Der ITDV: Von Michigan in die ganze Welt
Jaimie tut auf Instagram in gewisser Weise ganzjährig das, wozu Rachel Crandall, die Gründerin des International Transgender Day of Visibility (ITDV) erstmals am 31. März 2009 aufrief. Der Tag wurde in Crandalls Heimatstadt Michigan ins Leben gerufen. Er war eine Reaktion darauf, dass im Jahreskalender der LGBT-Feiertage bis dahin nur der Transgender Day of Rememberance am 20. November Tansgendern gewidmet war, an dem Opfern von transphober Gewalt gedacht wird. Ein positiver Feiertag mit ermutigender Wirkung wie der CSD fehlte. Crandall, die jahrelang selbst ihre wahre Geschlechtsidentität verleugnet hatte, erkor den 31. März zum Termin und wählte den befreienden Effekt der Sichtbarkeit als Motto des neuen Events. Damit traf sie den Nerv des Social-Media-Zeitalters. Innerhalb weniger Jahre wurde der ITDV zur weltweiten Institution.

trans-schwulMehr Aufklärung dank Kampagnen
So ist der 31. März zum Anlass geworden, Geschichten zu erzählen, Bilder in die Welt zu setzen und Wissen zu streuen, an dem es auch in der Gay-Community mangelt. Das schwule Aufklärungsportal „Ich weiß, was ich tu” feiert den IDTV mit einem Kampagnen-Film, in dem die Transmänner KAy (Foto, ganz links) und Manuel (Foto, 2. von rechts)  von ihren Erfahrungen in der Szene berichten. Dabei werden beiläufig Begrifflichkeiten wie „Transition” (äußerlicher körperlicher Angleichungsprozess) und „Passing” (Wahrnehmung der geschlechtlichen Rolle des Gegenübers) erläutert.

Jahrgang 2017: Trans* kennt keine Alters- und Ländergrenzen
Zudem posten Instagramer wie Jaimie Bilder (siehe MÄNNER-Galerie) und es gehen herzzerreißende Storys um die Welt. Zum Beispiel die von der Chinesin Xin Yue, die im Alter von 72 Jahren mit der Unterstützung von Frau und Tochter eine Transitions-OP vornehmen ließ und sich nun fühlt „wie eine Frau von Anfang 20”. Oder die von Tomoya Hosoda, der kürzlich im Stadtrat von Iruma als erster bekennender Transmann seines Landes in ein öffentliches Amt gewählt wurde. Oder die von Australierin Andreja Pejic, die als  erstes Trans-Model ein GQ-Cover ziert.

Die Botschaft lautet: Sichtbarkeit ist eine Mahnung
Also alles schön und toll? Das dann doch nicht. Denn das Zelebrieren von Sichtbarkeit ist letztendlich nur nötig, weil Trans* in aller Welt noch immer marginalisiert und diskriminiert werden. Das zeigen nicht zuletzt die jüngsten Entwicklungen in North Carolina. Zudem reißen schockierende Nachrichten über transphobe Hassverbrechen nicht ab. Man möge den Mut von Leuten wie Jaimie, KAy, Manuel, Xin Yue, Tomoya und  Andreja als Mahnung an sich selbst verstehen. Wie weit es mit der eigenen Aufklärung her ist, lässt sich im IWWIT-Video unten sofort nachprüfen.

Titelbild: Instagram
Artikelbilder: Instagram / IWWIT.de

 


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