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Russland: „Power Rangers“ erst ab 18

Wegen einer homosexuellen Storyline dürfen nur russische Erwachsene das Action-Spektakel sehen

Wir erinnern uns: In der Live-Action-Version von „Die Schöne und das Biest“ hat Gaston einen männlichen Bewunderer, mit dem er auch mal tanzt. Deswegen ist Disney weltweiter Superhit in einigen Ländern verboten, manche US-Kinobetreiber wollen ihn in ihren Häusern nicht spielen und die russische Regierung gab den Kinderfilm erst ab 18 Jahren frei. Wie gesagt, es wird nicht mal geküsst, es geht nur darum, dass ein Mann einen anderen Mann (vielleicht) verliebt anschaut.

Die Ursache für das Superheldinnen-Gefühlschaos ist aber kein Junge, sondern ein anderes Mädchen

Die „Power Rangers“, die seit letzter Woche auch in den deutschen Kinos unterwegs sind, gehen da schon einen Schritt weiter: Die gelbe Superheldin Trini, hinreißend gespielt von Sängerin Becky G, hat Liebeskummer und kann sich nicht immer konzentrieren. Wie sich herausstellt, ist die Ursache für ihr Gefühlschaos aber kein Junge, sondern ein anderes Mädchen, in das sie sehr verliebt ist, was sie ziemlich verwirrt. Auch hier geht es nur um Gefühle, ein Kuss wird angedeutet, ansonsten gibt es nichts als schöne Worte. Was ja auch schon mal schön ist.

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Aber, für die russischen Behörden schon wieder zu schön: Eigentlich sollte der Film ab 16 freigegeben werden. Aber das reichte Witali Milonow nicht. Der sitzt für die Fraktion „Einiges Russland“ in der gesetzgebenden Versammlung in Sankt Petersburg und hatte schon die „Gesetze gegen Homopropaganda“ mit erfunden und formuliert. Er polterte solange gegen den Film über die bunten Teenager mit Superkräften, bis er seine „ab 18“ Einstufung bekam, weil, laut dem von ihm erfundenen Gesetz, Homosexualität ja vor einem jugendlichen Publikum nicht positiv dargestellt werden darf.
Aber es gab auch andere Reaktionen auf den Film. Der schwule Schauspieler David Yost, der von 1993 bis 1996 in über 200 Folgen der „Powers Rangers“-Fernsehserie als blauer Power Ranger zu sehen war, freute sich über das Coming-out von Trini: „Die Produzenten der neuen Version haben sich der Herausforderung gestellt und sich dem Thema angenommen. Ich glaube, die Community wird sich freuen, zu sehen, was ihnen dazu eingefallen ist.“ Die russische Community freut sich jedenfalls darüber, dass der Film in Russland überhaupt ungeschnitten in die Kinos kommt.

Fotos: Studiocanal


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