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Tausende Hand in Hand gegen Homophobie

In Amsterdam fand gestern eine große Demonstration statt: "Unsere Botschaft heißt Liebe"

In der Nacht zum letzten Sonntag wurden zwei schwule Männer im niederländischen Arnhem von einer Gruppe Jugendlicher brutal zusammengeschlagen, weil sie auf dem Heimweg Händchen hielten. Derartige schwulenfeindliche Attacken hatten in den Niederlanden in den letzten Monaten immer wieder zu Forderungen geführt, Politiker mögen sich deutlich und sichtbar gegen homophobe Gewalt positionieren und damit ein Zeichen der Solidarität mit Schwulen und einer homofreundlichen Gesellschaft setzen. (MÄNNER-Archiv) In diesem Fall regte die Journalistin Barbara Berend dazu an, ein Signal durch öffentliches Händchen halten zu senden. Ihre Idee wurde angenommen: Unter dem Hashtag #allemannenhandinhand werden derzeit aus aller Welt Fotos von Händchen haltenden Männern gepostet, darunter auch Alexander Pechtold, Vorsitzender der niederländischen Demokratenpartei D66, der am Montag zu Koalitionsverhandlungen in Den Haag Hand in Hand mit seinem Finanzspezialisten Wouter Kolmees erschien.

Über 2000 Menschen liefen Hand in Hand durch Amsterdam um gegen Homophobie zu demonstrieren

Am Donnerstag Abend gab es das bisher größte Zeichen dieser Art. Über 2000 Menschen liefen Hand in Hand durch Amsterdam um gegen Homophobie zu demonstrieren und ihre Solidarität mit den Attackierten zu beweisen. Unter ihnen waren auch viele niederländische Prominente wie Henny Huisman, Frits Barend and die Leiterin des LGBT-Teams der Amsterdamer Polizei, Ellie Lust. Musik-Star Douwe Bob sagte gegenüber Medien:“Wir wollen den Rest der Niederlande so wissen lassen, was wir hierzu zu sagen haben. Ich bin gerne hier und laufe hier gern mit. Wir haben nur eine einzige Botschaft. Und die heißt Liebe.“

Die Niederlande hatten in den letzten Jahren mit zunehmender Homophobie zu kämpfen. (MÄNNER-Archiv) Die Polizei nahm über 600 Anzeigen wegen Gewalt gegen LGBTI und Hassvervrechen entgegen. Das Spektrum reichte von Beleidigungen, über Eierwürfe bis zu 180 Fällen von teils schwerer körperlicher Gewalt. Gegenüber der Nachrichtenstation AT5 sagte ein Teilnehmer der Demonstration: „Es ist lange her, dass mein Ehemann und ich sorglos Hand in Hand durch die Stadt gelaufen sind. Das trauen wir uns nicht mehr. Man bekommt wieder böse Blicke, einige Menschen spucken auch.“  Ein anderer sagte: „Es ist nicht mehr wie in den Neunzigern. Man spürt, dass es rückwärts geht.“ Ein Dritter machte allen Mut: „Wir Niederländer stehen für die Freiheit. Und werden keinen von uns unterdrücken lassen.“

Foto: Twitter

 

 


4 Kommentare

  1. Anna Sturm

    Ich kann mich ja irren und ihr könnt mich auch gerne korrigieren, aber ich höre irgendwie rein gar nichts über diese schrecklichen Vorkommnisse in Russland in den Medien. Habe auch nicht mitbekommen, dass sich Merkel irgendwie, egal in welcher Form dazu geäußert hätte [außer dass die Bundesregierung besorgt sei… besorgt… ist das alles????] . Eigentlich ja traurig. Nicht wahr?

    Ich finde es schön, dass es Menschen gibt, die gegen dieses Unrecht demonstrieren. Außerhalb Russlands… <3


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