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Wird Moonlight in China verboten?

Der "Bester Film"-Oscar-Gewinner ist den chinesischen Behörden zu schwul

Es ist wahrscheinlich, dass das schwule Drama „Moonlight”, das im Februar den Oscar als Bester Film gewann (MÄNNER-Archiv), nicht in der chinesischen Volksrepublik in die Kinos kommt und auch sonst nirgendwo gezeigt werden darf. Nach einem Bericht des US-Filmmagazins Hollywood Reporter, ist der Film den chinesischen Zezurbehörden zu schwul, um ihn den 1,3 Milliarden Chinesen zumuten zu können. Die Zensurbehörde wird mit der Einschätzung zitiert „Moonlight ist ungeeignet für den chinesischen Markt und nicht politisch korrekt”. Filme und Sendungen mit LGBTI-Themen dürfen nicht im chinesischen Fernsehen gezeigt werden. Für Film und Streaming-Dienste gibt es keine solchen Einschränkungen, aber es sind immer wieder Filme verboten worden, weil sie angeblich „pornografisch” waren oder „sensibles Material” enthielten.

Beauty and the Beast kam ohne Beanstandungen in die Kinos

iQiyi, Chinas größter Streaming-Service, hatte die Rechte an „Moonlight” zusammen mit „Lala Land” erworben, ohne die Entscheidung der Zensurbehörde abzuwarten. Die Entscheidung ist überraschend, weil „Power Rangers” und „Beauty and the Beast”, die zum Beispiel in Russland wegen einer schwulen Anspielung in dem Disney-Film und einer lesbischen Story in „Power Rangers”, Schwierigkeiten hatten (MÄNNER-Archiv), in China ohne Beanstandungen in die Kinos kamen.

Moonlight ist ein Liebesgeschichte, mit zwei schwulen Küssen

„Moonlight“ erzählt die Geschichte von Chiron unterteilt in drei Kapitel. Als kleiner Junge (gespielt von Alex Hibbert) findet er Zuneigung eher beim örtlichen Drogenboss (Mahershala Ali aus „House of Cards“) und dessen Frau (Janelle Monáe) als zuhause bei seiner Crack-süchtigen Mutter (Naomie Harris, 007s aktuelle Miss Moneypenny), die ihn schon mal als „Schwuchtel“ beschimpft. In der Pubertät (nun verkörpert von Ashton Sanders) wird er noch immer von seinen Mitschülern drangsaliert, erlebt allerdings auch mit seinem Jugendfreund Kevin eine körperliche Intimität, die in seinem Leben sonst fehlt. Jahre später jedoch ist Chiron (Trevante Rhodes) noch immer nicht bei sich selbst angekommen, sondern selbst auf kriminellen Abwegen unterwegs. Seine mühsam antrainierten Muskeln trägt er wie einen Panzer vor sich her, unter dem er nicht nur seine Homosexualität, sondern überhaupt sämtliche Gefühle versteckt. Bis sich eines Tages aus heiterem Himmel Kevin (André Holland) wieder bei ihm meldet.

Foto: DCM Film

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