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„Abscheulich!” – Der neue Mann bei Fox

Der alte ging wegen sexueller Belästigung, der neue kommt mit homophober Vergangenheit

Wie lange hält sich Tucker Carlson als Moderator der Fox-News? Diese Frage stellt man sich in den USA schon nach seiner ersten Sendung als Nachfolger des aufgrund eines Skandals wegen sexueller Belästigung gefeuerten Bill O’Reilly. Denn: Während die Analysten über respektable Quoten von Carlsons Debüt am Dienstag schreiben und die Reaktionären seine steile These feiern, dass das Aufnehmen von Flüchtlingen in Deutschland ein masochistischer Akt sei, reißen die Schwulen dem rechtskonservativen TV-Zampano die Maske vom Gesicht. Zugegeben: So doll reißen muss man gar nicht. Carlson brüstete sich bereits vor zehn Jahren in einer MSNBC-Sendung damit, dass er zu Highschool-Zeiten einen schwulen Mann geschlagen habe, weil er sich von ihm „belästigt” fühlte. Diese Geschichte erfährt jetzt neue Brisanz.

„Sex in Männertoiletten ist abscheulich!”
In dem Live-Interview von 2007 (also Zeiten, in denen an die gleichgeschlechtliche Ehe in den USA noch nicht zu denken war) erzählte Carlson, er sei auf der Highschool in der Männertoilette angefasst worden. „Sex in öffentlichen Männertoiletten ist abscheulich. Aber er ist sehr verbreitet”, wetterte der TV-Mann, um auf die Nachfrage, wie er reagiert habe, zu antworten: „Ich bin mit einem Bekannten zurückgekommen, wir haben uns den Kerl geschnappt und seinen Kopf gegen die Kabine gestoßen. Dann kamen die Cops.”

„Gay-Bashing? Das ist absurd!”
Schon bei der Live-Ausstrahlung des Berichts im August 2007 regten sich im Anschluss Proteste von Menschenrechtlern und LGBT-Organisationen, was Carlson zu einer schriftlichen Stellungnahme veranlasste, die eine etwas entschärfte Version des Vorfalls schilderte und mit den Worten endete: „Einige Blogger haben mein Vorgehen als eine Art von Gay-Bashing bezeichnet. Das ist absurd und eine Beleidigung für alle, die sich gegen einen unerwünschten sexuellen Übergriff wehren. Ich war nicht sauer auf den Mann, weil er schwul war, sondern weil er mich angegriffen hat.”

Fox steht auf Haudegen von unangenehm altem Schlag
Jeder, der mal cruisen war, weiß, dass so ein „Angriff” kaum rechtfertigt, Verstärkung zu holen und zuzuschlagen. Und dass Carlsons Beteuerung er sei „nicht im geringsten anti-schwul” nicht so ganz hinkommen kann. Aber bei Fox steht man nun mal auf Haudegen von unangenehm altem Schlag. Mal sehen, wie Carlson LGBT-Themen in Zukunft in den Fox-News moderiert. Wenn es denn noch dazu kommt.

Titelbild: Fox News

Bilde dir selbst ein Urteil! Hier kommt das Video, in dem Carlson seine Belästigungs-Story erzählt:


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