„Das ist überhaupt nicht mein Thema“

Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums reagiert allergisch auf Nachfragen zur Situation in Tschetschenien

Katie Couric ist ein Star im US-Nachrichtengeschäft und das seit 20 Jahren. Genauso lange setzt sich die Journalistin auch schon für LGBTI-Rechte ein, einen Gastauftritt in „Will & Grace“ inklusive. Das ihr Einsatz auch in ihrem politischen Tagesgeschäft gilt, zeigte sie jetzt bei einem Gespräch mit Marija Sacharowa, einer Sprecherin des russischen Außenministeriums.

Die Couric als sie die Gelegenheit dazu hatte, mit intensiven Nachfragen zur Situation schwuler Männer und den Progromen an ihnen, in die Enge und offensichtlich zur Weißglut trieb. Noch bevor Couric ihre erste Frage zu Tschetschenien beendet hatte, entgegnete Sacharowa, sichtlich genervt, „Nein, nein, das ist doch hier überhaupt nicht mein Thema.“ Couric sah das nicht so: „Sie sind Sprecherin der russischen Regierung und können sich nicht zu den schrecklichen Vorgängen in einer ihrer Teilrepubliken äußern?“, wollte sie wissen. Sacharowa sagte: „Es gibt eine offizielle Untersuchung der Vorgänge durch die Regierung. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.“

Und mehr haben sie dazu nicht zu sagen?

Couric bleibt dran: „Wirklich? Laut diverser Berichte wurden Hunderte Männer in Lager verschleppt, Dutzende wohl gefoltert und es gibt Berichte über drei Tötungen. Und mehr haben sie dazu nicht zu sagen?“ „Was soll ich denn dazu sagen? Es gibt eine Untersuchung, das ist mein Kenntnisstand“, antwortet Sacharowa. „Was tut Moskau denn? Viele fordern eine deutliche Reaktion der Regierung. Stattdessen, so die New York Times, leugnet die russische Regierung jedwede Zeugenberichte und will seine eigene LGBT-Bevölkerung per Gesetz unsichtbar machen. Ihre Reaktion darauf?“, will Couric wissen. „Es gibt eine Untersuchung, das ist doch das wichtigste, finden Sie nicht?“, antwortet die Sprecherin.

Couric stellt gekonnt die einzig logische Nachfrage: „Dann sagen Sie uns bitte, wer hier was und wo untersucht. Was wird von der Regierung unternommen?“ Sacharowa weicht ein letztes Mal aus: „Ich habe ihnen alles gesagt, was ich weiß. wenn sie mehr Details brauchen, muss ich wieder kommen.“ So sieht wohl Versagen auf ganzer Linie seitens einer Frau aus, die dazu da ist, ihre Regierung zu vertreten.

Foto: Screenshot/Yahoo


3 Kommentare

  1. Anna Pavlitschek

    Das ist wirklich schlimm und furchtbar, was sich in Ländern, wie Tschechinnen abspielt. Es verdeutlicht mir wieder mehr, in welcher Freiheit ich leben darf. Das war auch nicht immer so und ich bin denen dankbar, die sich für die Freiheit und Rechte der Homo-, Trans- und Bisexuellen eingesetzt und damit überhaupt erst mein heutiges Leben ermöglicht haben. Ich hoffe, dass ich den Opfern gerecht werde und denke an die, welche in anderen Ländern, solchen Repressalien, Folter, Hass und Unterdrückung ausgesetzt sind. Sie haben keinen, der sie schützt und leben in einem Staat, der das genau so will… ich wünsche allen viel Kraft, dass durchzustehen! Ich hoffe, dass die LIEBE irgendwann wieder gewinnt!!


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close