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Die Welt fordert Aufklärung!

Nach Homo-Verfolgung in Tschetschenien wächst der Druck auf Präsident Ramsan Kadyrow

Die alarmierenden Nachrichten über Festnahmen und Tötungen von schwulen Männern in der russischen Teilrepublik Tschetschenien (MÄNNER berichtete) sorgen international für Bestürzung. Gleichzeitig werden  Forderungen an die Politik immer lauter, für lückenlose Aufklärung über  die Zustände im Land von Präsident Ramsan Kadyrow (Foto links) zu sorgen. Shawn Gaylord, Vorstandsmitglied von Human Rights First, ging Montag mit einem Appell an US-Außenminister Rex Tillerson an die Öffentlichkeit, die Verfolgung von LGBTI in Tschetschenien zum Thema bei seinem Russlandbesuch zu machen, der für nächste Woche geplant ist: „Was mit schwulen Männern in Tschetschenien passiert, ist eine grausame Verletzung von Menschenrechten und geltenden Gesetzen. Die USA können nicht untätig dabei zusehen, wie unschuldige Menschen im Namen einer Regierung verfolgt, inhaftiert und ermordet werden. Außenminister Tillerson sollte sich umgehend und deutlich gegen diesen Missbrauch aussprechen und die Befreiung aller schwulen Tschetschenen  fordern, die unrechtmäßig inhaftiert wurden.”

Protest auch aus Deutschland
Auch in Deutschland hat der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Schreiben an Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sowie die Menschenrechtsbeauftragte Bärbel Kofler und den Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses im Bundestag Prof. Dr. Matthias Zimmer abgesetzt, in denen gefordert wird „gegenüber der russischen Regierung aktiv zu werden. Diese muss bei den Machthabern in Grosny ebenfalls auf Aufklärung drängen und klarstellen, dass die staatlich organisierte Ermordung und brutale ‘Säuberungsaktionen’ gegen Homosexuelle gravierende Menschenrechtsverletzungen darstellen, die mit allen Mitteln geahndet und verhindert werden müssen.” Ähnliche Appelle waren zuvor bereits von Volker Beck (Grüne) und dem CSD-Verein Hamburg Pride ausgesprochen worden.

Nächster Schritt: Evakurierung und Aufklärung
Während sämtliche Verlautbarungen von offizieller politischer Seite in Russland und Tschetschenien bisher abwiegelnd, leugnend oder gar rechtfertigend klangen, wird beim Russian LGBT Network ein scharfer Ton angeschlagen. Man sei „schockiert” und „in hohem Maße beunruhigt” hieß es in einer internationalen Presseerklärung. Gleichzeitig wird das Bündnis aktiv: „Wir unternehmen alles in unserer Macht stehende, um die Opfer zu kontaktieren und ihnen Notfallunterstützung zukommen zu lassen. In Anbetracht der bisherigen Stellungnahmen von tschetschenischen Politikern sind wir der Ansicht, dass die einzig sinnvolle Maßnahme Evakuierung ist. Um sie ermöglichen, arbeiten wir eng mit Menschenrechtlern sowohl in Russland als auch im Ausland zusammen.” Zudem  wandte sich die Organisation am Montag in einem offiziellen Antrag mit zwei Anliegen an die russische Regierung. Erstens: Die Berufung eines Untersuchungskommittees, das die Vorfälle in Tschetschenien aufklärt. Zweitens: Eine Zurechtweisung der tschetschenischen Machthaber in Bezug auf ihre rechtfertigenden Kommentare zur Homo-Verfolgung.

Was man selber tun kann: Nachrichten verbreiten, Politiker anschreiben
Von unüberlegten Hilfsaktionen im Alleingang rät das Russian LGBT Network ab: „Wir verstehen, dass viele Menschen anderen Menschen in Not helfen wollen. Aber bitte denkt daran, dass unkoordinierte Aktionen zu einer  zusätzlichen Gefahr für die Verfolgten und diejenigen, die ihnen helfen, bedeuten können. Aus diesem Grund raten wir davon ab, Adressen von Leuten zu sammeln, die Zufluchtsstätten zur Verfügung stellen. Seid euch darüber im Klaren, dass die Menschenrechtslage im Nordkaukasus wirklich schwierig ist. Momentan hilft nur Evakuierung. (…) Dafür haben wir die nötigen Ressourcen und Leute.” Die Organisation ruft aber dazu auf, die Information über ihr Hilfsangebots zu verbreiten. Auch fordert sie dazu auf, von Bürgerrechten Gebrauch zu machen und Politiker im eigenen Land anzuschreiben, die Druck auf Putin und seinen Vasallen Kadyrow ausüben können.

Titelbild: 977_ReX_977 / Shutterstock.com


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