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North Carolina: Eheöffnung aufheben?

Die Republikaner im Senat haben ein Gesetz eingebracht, dass die Eheöffnung zurücknimmt

Der Bundesstaat North Carolinawird noch Jahre brauchen, um sich von den wirtschaftlichen Folgen von HB2, der trans*feindlichen sogenannten „Bathroom Bill” wirtschaftlich zu erholen. Das Gesetz war erst vor wenigen Wochen final gekippt worden (MÄNNER-Archiv) und kostete den damaligen Gouverneur seinen Job und den Staat Milliarden.

Aber, das reicht den Republikanern im Senat von North Carolina offensichtlich nicht. Denn die brachten am Dienstag einen Gesetzesvorschlag ein, der noch viel mehr will, als Menschen vorschreiben, welches stille Örtchen sie zu besuchen haben. Er will Eheöffnung in den USA zurücknehmen, zu mindestens in North Carolina. Die gilt jetzt seit fast zwei Jahren (MÄNNER-Archiv) und wird vom Großteil der US-Bevölkerung befürwortet.

„Dieser Gesetzentwurf ist falsch. Wir brauchen mehr Schutz für LGBT, nicht weniger.”

Die Tageszeitung „News and Observer” berichtet, House Bill 780, der „Uphold Historical Marriage Act” („Schützt-die-historische-Ehe-Gesetz”) sagte die Eheöffnung sei „null und nichtig in North Carolina”. Die Begründung? Das Neue Testament natürlich. Die Entscheidung des Obersten Verfassungsgerichts der USA zur Eheöffnung, „übertritt die Autorität des Gerichtes im Verhältnis zur Allmacht Gottes, der sagt, dass jeder Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, Zuflucht bei seinem Weibe suchen und sie zusammen ein Fleisch werden sollen. Die Entscheidung widerspricht dem in unserer und alle anderen Gesellschaft vorherrschenden Verständnis der Ehe zutiefst.”

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass dieser Gesetzentwurf es auch nur bis in die parlamentarischen Ausschüsse schafft, weil er auf den ersten Blick der jetzt geltenden US-Verfassung widerspricht. Aber schon der Versuch der Republikaner gilt vielen als Affront. So zum Beispiel North Carolinas amtierendem Gouverneur Roy Cooper (Foto). Der antwortete per Tweet: „Dieser Gesetzentwurf ist falsch. Wir brauchen mehr Schutz für LGBT, nicht weniger.”  Die Demokraten im Senat wurden noch etwas deutlicher. In einer Pressemitteilung ließen sie wissen, ihre republikanischen Kollegen hätten „ein besonderes Talent dafür, sich selbst und unseren Staat idiotisch aussehen zu lassen.”

Foto: Shutterstock/Evan El-Amin


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