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Free Denis Davydov!

Seit sechs Wochen sitzt der schwule Russe Denis Davydov im Knast. Jetzt schlagen seine Freunde Alarm!

In den USA erschüttert die Verhaftung des schwulen Immigranten Denis Davydov die Aktivistenszene. Denis war im Herbst 2014 aus seiner russischen Heimatstadt Magnitogorsk in die USA ausgewandert, lebte zunächst mit einem Sechs-Monats-Touristenvisum in San Jose, Kalifornien, und beantragte danach politisches Asyl in den USA, weil er in Russland sowohl als offen Schwuler als auch als HIV-Positiver Verfolgung fürchten muss. Mitte März wurde er in Miami wegen angeblicher Verstöße gegen die Visabestimmungen verhaftet und sitzt seitdem im Gefängnis. Laut dem Magazin HIVplus Mag ist dies ist der erste Fall eines schwulen HIV-positiven Russen, dessen Asylgesuch in einer Verhaftung mündet. Lange hofften Denis Freunde, dass sich die Situation von selbst erledigt. Ohne Erfolg. Jetzt schlagen sie Alarm.

Sind Trumps verschärfte Einwanderungsbedingungen schuld?

Am 13. März kam Denis Davydov von einem Ausflug auf die Amerikanischen Jungferninseln zurück. Am Flughafen von Miami wurde er von Beamten der U.S. Immigration and Customs Enforcement (Zoll- und Einwanderungsbehörde) festgenommen. Laut ICE waren die Gründe für die Verhaftung Verstöße gegen die Visabestimmungen. Denis hatte erst politisches Asyl in den USA beantragt, als sein Touristenvisum schon abgelaufen war, was normalerweise bei derartigen Anträgen nicht unüblich ist. Laut RUSA LGBT, einem amerikanischen Netzwerk für russischsprachige Schwule, Lesben, Bis und Trans*, dem Denis angehörte, ist die Verhaftung rechtswidrig. Der Verein führt den Vorgang auf die verschärften Einwanderungsbedingungen der Trump-Regierung zurück.

„Wir dachten, dass dieser Fall schnell abgewickelt wird.“
„Denis hat allen Anforderungen der USCIS (US-Einwanderungsbehörde, Anm. d. Red.) entsprochen und seinen Asylantrag innerhalb einer Ein-Jahres-Frist eingereicht“, heißt es in einer Pressemitteilung von RUSA LGBT. „Er wartete auf seine mündliche Befragung, hatte eine gültige Arbeitserlaubnis, eine Registrierungsnummer und keinerlei Vorstrafen. Eigentlich waren wir optimistisch, dass dieser Fall schnell abgewickelt wird.“ So ging man davon aus, dass die Verhaftung ein Missverständnis sei und eine baldige Freilassung stattfinden würde. Ein Irrtum. Inzwischen sitzt Denis seit über sechs Wochen im Gefängis, musste sogar seinen 30. Geburtstag dort verbringen. Eine gerichtliche Anhörung wurde auf den 8. Mai vertagt. „Wir fürchten zudem, dass Denis in der Haft Opfer von Schikanen und Gewalt werden könnte. Einer der Mitinhaftierten hat ihn bereits mit homophoben Sprüchen belästigt“, so RUSA LGBT.

Mehr Öffentlichkeit gegen eine existenzielle Bedrohung
Um die Behörden zum Handeln zu bewegen, wurde die Organisation Immigration Equality eingeschaltet, die sich für die Einhaltung der Rechtswege bei Asylanträgen von LGBTQ einsetzt. Die Facebook-Gruppe Free Denis Davydov dient der Organisation und Vernetzung von Leuten, die Denis kennen oder ihm helfen wollen. Die Presse wurde eingeschaltet, um den Fall öffentlich zu machen. Denn: Es ist Eile geboten. Denis Gesundheitszustand hat sich im Laufe der Haft verschlechtert. Ob das damit zu tun hat, dass er im Gefängnis keinen Zugang zu antiretroviralen Medikamenten hat, die er als HIV-Positiver unbedingt braucht, ist bisher nicht klar.


3 Kommentare

  1. Anna Sturm

    Überall haben Männer Schwierigkeiten, nur weil sie Männer lieben anstatt Frauen…

    Frage mich echt, wann der Mensch zu Verstand gelangt. Wahrscheinlich lachen schon alle Außerirdischen über uns. Denn mal ganz ehrlich gesagt: Worum geht es bei all diesen Diskussionen eigentlich wirklich? Im Prinzip doch nur darum, wer mit wem ins Bett darf… als hätten die Erdbewohner keine weitaus größeren Probleme…

    #loveislove #deutschland #gleichberechtigung #menschenrechte #homosexualität #russland #putin #merkel #Schwulenjagd #enoughisenough #stopHomophobia #Chechnya100


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