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Indien eröffnet erstes LGBTI-Zentrum

In Delhi wird heute eine Anlaufstelle für die queere Community eingeweiht

Seit November laufen die Vorbereitungen, heute ist Eröffnung. Das Humsafar-Zentrum in Delhi soll ein Ort der Begegnung, Aufklärung und Zuflucht werden. Die Mitarbeiter des Humsafar Trust, Indiens ältester LGBTQ-Organisation (gegründet 1994), wollen in der neuen Anlaufstelle wöchentlich Vorträge veranstalten, Gruppentreffen organisieren und individuelle Beratung anbieten. Eine wichtige Maßnahme in einem Land, in dem homosexuelle Handlungen noch immer verboten sind (siehe MÄNNER-Archiv). Gegenüber der Zeitung The Hindu steckte Ashok Row Kavi, Gründer des Humsafar Trust, die Ziele hoch: „Wir werden die besten Angebote in Sachen Beratung, Krisenmanagement und Community-Mobilisierung für Delhi und Umgebung bereitstellen. Wir hoffen auch, direkt mit der Regierung netzwerken zu können und damit den Bedürfnissen sexueller Minderheiten in der Gesetzgebung Gehör zu verschaffen.”

Psychologie spielt in der Beratung eine wichtige Rolle
Vivek Anand, Vorsitzender des Humsafar Trust, fügt hinzu: „LGBTQ-Personen müssen in Indien wegen ihrer Sexualität mit doppeltem und dreifachem Stigma kämpfen. Sie neigen dazu, sich zu verstecken, um dem sozialen Druck zu entfliehen. Das führt dazu, dass in der Community sehr viele Menschen psychische Probleme haben. Das LGBTQ-Zentrum in Delhi hofft somit, nicht nur einen sicherer Ort für die Mitglieder der Community zu sein, sondern auch beratend eingreifen und Kontakte zu Psychologen vermitteln zu können”

Der LGBT-Aktivismus in Indien ist im Aufwind
Die Eröffnung in Delhi markiert einen von mehreren Höhepunkten, die den Aktivisten des Humsafar Trust derzeit Aufwind geben. Bereits im März war man an der Organisation des Queer Pride von Chandigarh beteiligt, am Sonntag (9. April) ist eine Pride-Veranstaltung für die Region Awadh geplant. Außerdem wurde mit dem Bündnis INFOSEM (Integrated Network of Sexual Minorities), das mit 150 Mitgliedern aus dem ganzen Land als Kompetenzzentrum des nationalen LGBT-Aktivismus gilt, ausgehandelt, ein Koordinationsbüro im Humsafar-Zentrum zu etablieren. Unter dem Projektnamen CONNECT ist zudem ein Archiv über die queere Geschichte Indiens in Planung.

Schau doch mal vorbei! Der Video-Rundgang durchs Humsafar-Zentrum:

Titelbild: reddees / Shutterstock.com


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