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Erste schwule Pflegefamilie in Japan

Wichtiger Präzedenzfall: Osaka erkennt Homopaar als Pflegeeltern an

In Osaka wurde dem Antrag eines schwulen Paares auf Pflegeelternschaft beim gemeinsamen Adoptivsohn stattgegeben. Ein revolutionärer Schritt, zu dem es bislang laut Japans Ministerium  für Gesundheit, Arbeit und Fürsorge „keinen Präzenzfall“ gibt. Zuvor war lediglich einem lesbischen Paar aus der Region Kanto im Osten des Landes das Sorgerecht für ein Adoptivkind zuerkannt worden – allerdings jeweils einzeln und nicht als Elternpaar.

Große Freude bei den Pflegevätern nach zwei Jahren Wartezeit
Die schwulen Männer aus Osaka hatten den Antrag auf gemeinsame Pflegeelternschaft bereits im Jahr 2015 beim örtlichen Amt für Elternberatung gestellt. Nach einer Reihe von Anhörungen, Schulungen und der Prüfung durch einen Sozialfürsorge-Ausschuss hatten die Behörden die Männer bereits im Dezember als „geeignet“ erachtet. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir als Pflegeeltern anerkannt wurden und jetzt offiziell einen Haushalt darstellen, der zusammengehört und auch vor dem Gesetz nicht nur aus Individuen besteht“, äußerte sich einer der Pflegeväter, die anonym bleiben wollen, gegenüber Kyoto News. „Unserem Jungen steht jetzt ein angenehmes Leben bevor.“

Japans Gesellschaft und Politik öffnen sich zunehmend für Homos
Auch wenn es in Japan keine offiziellen Antidiskriminierungsgesetze oder ein landesweites Partnerschaftsgesetz gibt, schenkt die Regierung der Abschaffung von Diskriminierung sexueller Minderheiten in letzter Zeit erhöhte Aufmerksamkeit. Erst kürzlich integrierte sie den Schutz von LGBTI-Jugendlichen in ihr nationales Anti-Bullying-Programm und auch das Arbeitsministerium intensivierte sein Engagement zum Schutz von LGBTI-Angestellten (MÄNNER-Archiv). Zudem gibt es immer wieder hoffnungsvolle Signale auf regionaler Ebene. So werden in Sapporo seit Kurzem Partnerschaftszertifikate an schwule und lesbische Paare ausgegeben (MÄNNER-Archiv), in Iruma wurde der Transmann Tomoya Hasoda in die Stadtverwaltung gewählt und ein Tempel in Tokyo bietet neuerdings Grabstätten für gleichgeschlechtliche Paare an.

Titelbild: DayOwl / Shutterstock.com


2 Kommentare

  1. Anna Sturm

    Ich befürchte, dass die Welt um die Kanzlerin herum BUNT wird, während sie immer noch in ihrer grauen Hütte hockt [ist sinnbildlich gemeint. Dass sie in keiner Hütte hockt, weiß ich]


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