shutterstock_315946892

Schwule häufiger Opfer von Rache-Pornos

17 Prozent aller Schwulen, Lesben und Bisexuellen sind betroffen

Rache-Porno: Ein Begriff, bei dem bereits mitschwingt, um was für eine perfide Art der Heimzahlung es geht. Jetzt hat eine Studie aus den USA herausgefunden, dass Homo- und Bisexuelle deutlich häufiger davon betroffen sind als Heteros.

Bei Rache-Pornos handelt es sich um Fotos oder Videos, die jemanden nackt oder halbnackt zeigen, und die ohne sein Einverständnis herumgezeigt oder ins Internet geladen werden. Manchmal wurden die pikanten Fotos gemeinsam aufgenommen, doch es kommt auch vor, dass der Partner gar nichts davon mitbekommt.

Deutlich mehr Homos als Heteros betroffen

Manchmal handelt es sich dabei um echte Rache, etwa nach einer Trennung oder einem Streit. Doch es kommt auch vor, dass sich Hacker Zugriff auf Clouds oder Festplatten verschaffen, um so an die Nacktfotos zu gelangen. Das geschah 2014 häufig bei Stars, etwa Jennifer Lawrence, Rihanna oder Kirsten Dunst. Auch über Dating-Apps geteilte Fotos bleiben oft nicht geheim, sondern gelangen ins Netz.

Die Studie des Center for Innovative Public Health Research hat untersucht, wie oft Menschen von solchen ungewollten Veröffentlichungen betroffen sind. Das Ergebnis: Bei Heteros sind es vier Prozent, unter Schwulen, Lesben und Bisexuellen sogar 17 Prozent, denen entweder mit der Verbreitung gedroht wurde oder von denen Fotos veröffentlicht wurden. (Wie Facebook mit Nacktheit umgeht – MÄNNER-Archiv.)

Drei Viertel wollen, dass Fotos nicht herumgezeigt werden

Außerdem sind tendenziell eher jüngere Internetnutzer Opfer von ungewollt öffentlichen Fotos. Für die Studie wurden über 3000 US-Amerikaner befragt.

Bereits im August hat eine ähnliche Umfrage der Indiana University vergleichbare Ergebnisse geliefert. Damals wurde untersucht, wie die Befragten mit Nacktfotos umgehen, die ihnen geschickt wurden. 23 Prozent zeigen die Bilder anderen Freunden oder Bekannten. Und zwar nicht nur einer Person, sondern im Durchschnitt drei. Dabei möchten drei Viertel der Befragten, dass die Fotos nicht herumgezeigt werden.

Sogar der Bundesgerichtshof hat sich im Dezember 2015 mit Nacktfotos auseinandersetzen müssen. Geklagt hat eine Frau, die von ihrem Exfreund verlangt hat, dass er freizügige Bilder von ihr löschen muss. (Ganz freiwillig hat sich der schwule Rugbyspieler Keegan Hirst nackig gemacht – MÄNNER-Archiv.)

Nacktfotos verletzen Persönlichkeitsrecht

Das wollte der Ex nicht einsehen: Der Mann hat zwar zugesichert, die einvernehmlich gemachten Fotos nicht weiterzugeben oder zu veröffentlichen. Doch das war dem Bundesgerichtshof nicht genug: Das oberste deutsche Zivilgericht hat entschieden, dass die Fotos gelöscht werden müssen.

Die Richter waren aber der Meinung, dass die Einwilligung der Frau zu den pikanten Aufnahmen nur solange gilt, wie die Beziehung hält. Selbst wenn der Ex die Fotos nur selten anschaut, verletzt er dennoch die Persönlichkeitsrechte der Frau, weil es gegen ihren Willen geschieht.

Titelbild: Shutterstock/Lolostock


8 Kommentare

  1. Miguel Frübös

    Es ist doch kein Wunder! Alle Fotografieren alles und jeden beim Sex und stellen das doch freiwillig und bereitwillig für noch mehr Sex und Orgien im GR oder anderen Plattformen rein. Dabei möchte man sich manche Spezialitäten inkl. der Handlungen gar nicht mehr zu Gemüte führen müssen,.

  2. Tim Arno

    Wer es nötig hat solch Bilder zu verbreiten muss damit rechnen, dass sie irgendwann wiederkommen. Das ist nichts neues und sollte man vorher bedenken. Unterm Strich selbst schuld.

  3. Kevin Montany-Jung

    >also ich finde, wenn ein homosexueller rache-pornos auslöst, gibt der homosexuelle den anderen homosexuellen für alle (hetero) homophoben quasi zum „abschuss“ frei=?!?! === zudem geben rache-pornos auch jeden x-beliebigen homosexuellen aus vollkommen anderen motiven gelegenheit negativ aktiv zu werden , wodurch der homosexelle selbst zum homophoben bzw. zum helfershelfer aller (oder eines) homophoben wird=?!?!=oder=?!?! = das gleiche würde auch zutreffen, wenn gezielt homosexuelle z.b. in einer szene-tanzveranstaltung z.b. zu ostern „pornos spielen“, nur um über „rollenverhalten“ einen anderen homosexuellen damit zu provozieren, weg zu mobben und zugleich seelisch „fertig“ machen zu können bzw. dies leichtfertig in kauf nehmen=?!?!=oder=?!?!<

  4. Yannick Johannes

    Ich finds ja toll das ihr immer auf dem laufende haltet aber diese scheisse von Rache pronos find ich einfach dämlich! Ich möchte diese angstgedanke nicht in meinem Kopf!! Es gibt dioten ind aller art!


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close