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Spendet für den Istanbul-Pride 2017

Die Veranstalter brauchen 4000 Euro, unter anderem, um die Teilnehmer zu schützen

Im letzten endete der CSD in Istanbul mit einem handfesten politischen Skandal: Volker Beck und andere deutsche LGBTI-Aktivisten waren während ihrer Teilnahme am Istanbul Pride, dem „Marsch des Stolzes”, am 26. Juni vorübergehend festgenommen worden. Der Pride und seine Abschlusskundgebung waren zuvor von der Polizei verboten worden. Als Beck versuchte, die Verhaftung eines Aktivisten zu verhindern, wurde auch er kurzzeitig in Gewahrsam genommen. (MÄNNER-Archiv) Die Polizisten gingen laut Becks Aussage „sehr brutal” vor, wofür es „keinerlei Veranlassung” gab.

Im Jahr zuvor endete der Pride in einer Straßenschlacht (MÄNNER-Archiv): Die türkische Polizei hatte  den Pride unter Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas gewaltsam aufgelöst. Als Begründung für die Gewalt gaben Staatsbeamte, die den Einsatz angeordnet hatten, an, sie hätten so handeln müssen, da die Demonstration von schwulen, lesbischen und Trans-Aktivisten in den Ramadan fiele. Diese Begründung ist im türkischen Staat, der seit der Staatsgründung unter Atatürk eine strenge von Staat und Kirche pflegt, eigentlich nicht möglich.

2017 ist das 25. Jubiläum der Istanbuler Pride Week. Sie findet vom 19. bis 25. Juni statt. Es wird Diskussionen, Vorträge, Foren die Verleihung eines Preises für den fiesesten Homophoben und eben die Anschluß-Demonstration geben. „Als die letztes Jahr verboten wurde, haben wir jeden Winkel von Istanbul mit Regenbogenfahnen und Glitter bedeckt, bei dem uns das möglich war. Wir wollten sichtbar sein und nicht klein bei geben, auch von die Unterdrückung jeden Tag schlimmer wird.” Um all das möglich zu machen, bitten die Pride Organisatoren um Spenden in Höhe von 4000 Euro. Also ungefähr das, was ein einzelner Lastwagen auf den CSDs in Köln oder Berlin kostet.

„Wir wollten sichtbar sein und nicht kleinbei geben, auch von die Unterdrückung jeden Tag schlimmer wird”

Bezahlt werden sollen davon anteilig die Reisekosten für Aktivisten aus der gesamten Türkei, die zum Pride kommen wollen, eine Webseite für den Pride, Kosten für Sicherheit und eventuell Mieten für benötigte Räume, sowie eine Ausstellung zur Pride-Week. Nebeneffekt: Wer Präsident Erdogan ein deutliches Zeichen des Protestes gegen seine Politik senden will, kann das so auch tun. Wer spenden will, kann das HIER tun: Spendet für den Istanbul-Pride

Foto: Teilnehmer des Istanbul Pride 2013 (Shutterstock/huseyin ozdemir1)


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