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27 Schwule in Bangladesch verhaftet

Bei Razzia in Dhaka wird eine Gruppe junger Männer "wegen Homosexualität" verhaftet

In der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka wurden am frühen Freitagmorgen bei einer Razzia in einem Community Center 27 junge Männer festgenommen. Das berichtet Yahoo 7 unter Berufung auf die internationale Nachrichtenagentur AFP. In dem Bericht wird ein Offizier von der Rapid Action Battalion (RAB, eine Polizei-Eliteeinheit zur Bekämpfung von organisiertem Verbrechen und Terrorismus in Bangladesch) mit den Worten zitiert: „Wir haben 27 Leute wegen Homosexualität verhaftet. Sie sind Homosexuelle. Sie haben dort eine Versammlung abgehalten.” Der Offizier, der nur bei seinem Vornamen Manzur genannt werden möchte, sagte auch, dass Drogen und Kondome sichergestellt worden seien. Die Verhafteten würden nun angeklagt. Weswegen genau, ließ der Polizist offen.

Auf „sexuellen Verkehr gegen die Naturgesetze” steht lebenslänglich
Homosexualität ist im islamisch geprägten Bangladesch gesellschaflich geächtet und gesetzlich verboten. Hinzu kommt eine ohnehin sehr strenge Sexualmoral, die sogar Oralverkehr ablehnt. In Artikel 377 des Strafgesetzbuches heißt es: „Alle, die freiweillig sexuellen Verkehr gegen die Naturgesetze betreiben – mit einem Mann, einer Frau oder einem Tier -, werden mit lebenslanger Freiheitsstrafe belegt.” Der Artikel ist ein Relikt aus der britischen Kolonialzeit. LGBT-Aktivisten von der Online-Community „Boys of Bangladesh” unternahmen immer wieder Bemühungen, die Abschaffung des Paragraphen zu erwirken, doch sie blieben nicht zuletzt wegen ihrer faktisch rechtslosen Ausgangslage ohne Erfolg. Kürzlich startete eine ambitionierte Crowdfunding-Kampagne, mit deren Hilfe ein Gerichtsverfahren gegen „Section 377” finanziert werden soll.

Verhaftungen, Schläge, Vergewaltigungen sind Alltag für schwule Bangladeschi
Die Gruppenverhaftung in Dakha ist der massenhafte Ausdruck einer Gewalt, der Schwule in Bangladesch permament ausgesetzt sind. Im April 2016 waren die Aktivisten Xulhaz Mannan (der berühmteste LGBT-Aktivist des Landes und Gründer von dessen erstem Community-Magazin) und Mahbub Rabbi Tonoy von Al-Qaida-Kämpfern erstochen worden. Seitdem ist die Community noch verängstigter als vorher (siehe MÄNNER-Archiv). Kürzlich berichtete der nach Nepal geflüchtete Aktivist Mahamood Rakibul Hasan im Instinct Magazine, dass er von Polizisten geschlagen und vergewaltigt wurde.

Titelbild: StanislavBeloglazov / Shutterstock.com


11 Kommentare

  1. Daniel Weiß

    Zurück ins Mittelalter. Die Welt entwickelt sich zurück. Menschen sind und bleiben dumm. Ich raff es net. Wir schafften es auf den Mond zu fliegen, Teleskope ins Weltall zu schießen. Dichter und Denker taten ihres dazu und ingenieure und kluge Köpfe beachten Erfindungen hervor. Aber die Menschen schaffen es nicht untereinander auszukommen weil ihnen dumme Gesetze, Religionen, Intoleranz und Hass im Wege stehen. Die Welt ist ein paradoxer, zwiegespaltener und böser Ort…

  2. Michael Moje

    Aber Entwicklungshilfe im Umfang von über 400 Mio Euro seit 2013 reinschießen… Da sind doch ein paar verhaftete Schwule nicht schlimm *Ironie*…

  3. Andreas Lutz Heine

    Wissenschaftlich technischer Fortschritt hat nichts mit dem Fortschritt in den Köpfen der Regierungen und Einwohner mancher Länder zu tun. Und wie schnell können auch in Europa veraltete Verhaltensmuster sich entwickeln. Wir bleiben noch lange weiter angefeindet bei konservativen und rechten Gruppen. Nur gefallen lassen müssen wir uns dies nicht.


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