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Formlos schön

Zum neuen Perfume Genius-Album "No Shape" - Interview in fünf Kapiteln: Liebe, Politik, Religion, Style und Szene

Drogen, Depressionen, Seattle – all das hat Mike Hadreas alias Perfume Genius hinter sich gelassen. Er ist erwachsen geworden. Inzwischen ist er 35 und wohnt mit Freund und Hund in einer Kleinstadt in Washington State. Manchmal gucken sie den ganzen Tag Netflix. Wenn er einkaufen geht, zieht er sich nach eigenem Bekunden an wie ein Bauarbeiter.

Zerbrechlicher Dandy trifft Bodenständigkeit
Was bleibt bei so viel Bodenständigkeit übrig von der glamourösen Figur, die das Faszinosum Mike Hadreas ausmachte? Von dem zerbrechlichen Wesen, das im Video zu „Hood” in den starken Armen des Porno-Hünen Arpad Miklos versank? Von der entrückten Aggressivität des Dandys im weißen Anzug, der nach seinem Auftritt bei David Letterman mit David Bowie verglichen wurde? Von Perfume Genius? Beim Interview im Berliner The Circus Hotel wollen wir es herausfinden.

Offensive der radikalen Formlosigkeit
In dem Gespräch soll es um das neue Album „No Shape” gehen, das am 5. Mai erscheint. Es trägt diesen Titel, weil Hadreas es interessant findet, sich aus dem Korsett von Körper und Geist zu lösen und zu einer spirituellen, formlosen Kraft zu transzendieren. Aber auch weil er sich davon losgesagt hat, Erwartungsmustern zu entsprechen. Dementsprechend radikal changiert die Platte zwischen laut und leise, wütend und ängstlich, Rausch und Reduktion.

Perfume Genius im Interview: Fünf Kapitel ganz in Schwarz
So ist das Album wie Mike selbst, der zum Interview ganz in Schwarz in den Raum tritt. Eine Erscheinung. Halb vertrauensselig, halb misstrauisch. Wenn er nervös wird, spielt er mit der E-Zigarette in seiner linken Hand. Wenn er sich selbst vergisst, kichert und schwelgt und plappert er – über Liebe (2), Politik (3), Religion (4), Szene (5) und Style (6) . Unter Punkt 7 gibt’s das Video zur ersten „No Shape”-Single „Slip Away”.


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