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Tortenattacke in Perth

Schwuler Chef von Qantas Airways bekommt Kuchen ins Gesicht. Wegen seines Einsatzes für die Homo-Ehe?

Der schwule Geschäftsführer der australischen Fluggesellschaft Qantas Airways wurde heute bei einem Business-Frühstück in Perth mit einer Torte attackiert. Der 50-Jährige sprach im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Leadership Matters“ zu 500 Geschäftsleuten, als plötzlich ein Mann hinter ihn ans Podium trat und ihm einen Zitronen-Baiser-Kuchen ins Gesicht drückte. Die Reaktionen reichten von Gelächter bis zu Bestürzung. Joyce selbst blieb ruhig, schüttelte sich provisorisch Tortenreste von der Brille und sagte dann: „Ich hab keine Ahnung, was das jetzt sollte, aber bitte entschuldigen Sie mich. Ich muss eine kleine Pause machen.“ Dann machte er sich frisch und setzte seine Rede anschließend fort.

Angriff als Reaktion auf Joyces Kampf für die Homo-Ehe?
Der Tortenangreifer wurde im Foyer des Hyatt Regency Hotels, wo die Veranstaltung stattfand, von Sicherheitsleuten in Gewahrsam genommen,  von der Polizei verhört, dann aber freigelassen. Es handelt sich um einen 67-Jährigen Mann aus Willetton, einem Vorort von Perth. Seine Motive sind bis jetzt unklar. Viele mutmaßen allerdings, dass die Aktion mit einem Scharmützel zu tun haben könnte, das sich Alan Joyce im März mit dem australischen Migrationsminister Peter Dutton lieferte. Dutton hatte Joyce öffentlich beschuldigt, seine Macht als Wirtschaftsboss für einen privaten Feldzug zugunsten der Gleichstellung der Ehe zu missbrauchen.

Unternehmen prägen die Gesellschaft – auch die Positionen zur Ehe
Joyce machte nie einen Hehl aus seiner sexuellen Orientierung. Seit 1999 ist er mit seinem Partner zusammen. Die beiden leben in Sydney. Er ist bekannt als vehementer Fürsprecher der Gleichstellung der Ehe, die in Australien zwar von einem Großteil der Bevölkerung befürwortet wird, in der regierenden Liberal Party aber umstritten ist. Duttons Vorwürfe wurden zunächst von der Qantas-Pressestelle zurückgewiesen und dann in einem offenen Brief von Joyce mit den Worten beantwortet: „Die Qantas (und ihr Geschäftsführer) wird oft gebeten, sich öffentlich zu Angelegenheiten wie Unternehmenssteuern, industriellen Beziehungen und Handel zu äußern. Das tun wir. Weil das wichtige Angelegenheiten sind, die wesentlich dazu beitragen, in was für einer Gesellschaft wir leben (worum es in der Wirtschaft nun mal geht, oder? (…) Wir sind froh, die Gleichstellung der Ehe ebenfalls auf der Liste zu haben.“

„In neuen Jahren als Geschäftsführer erlebt man eine Menge!“
Auf die Tortenattacke als solche reagierte Joyce sehr sourverän und humorvoll. Zu seinen Zuhörern bei „Leadership Matters“ sagte er nach Wiederaufnahme seiner Rede: „Sollte jetzt noch irgendjemand im Raum Torten zu verteilen haben, mögen wir das doch bitte sofort hinter uns bringen“. In einem anschließenden Interview lachte er: „In neun Jahren als Geschäftsführer bei Qantas erlebt man eine ganze Menge. Das hier war nicht das ungewöhnlichste.“ Auf die Frage, ob der Kuchen wenigstens geschmeckt habe, antwortete Joyce: „Ich bin kein großer Tortenesser und hab den Geschmack nicht erkannt. Es klebte ohnehin der größte Teil an meiner Brille.“ Für den Angreifer wird die Sache ein gerichtliches Nachspiel haben.

Die News-Meldung zur Tortenattacke inklusive Reaktionen von Alan Joyce:


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