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Kardinal empfängt LGBT-Pilger

US-Kardinal Joseph Tobin heißt LGBT-Pilger in seiner Kirche willkommen

Joseph Tobin, Erzbischof von Newark (Foto), wird am 21. Mai eine Gruppe von LGBT-Pilgern in seiner Kirche willkommen heißen. In einem persönlichen Schreiben an David Harvie vom Interparish Collaborative, einer römisch-katholischen Gemeinschaft von LGBT-Pfarrern, die die Pilgertour organisiert, schreibt Tobin: „Ich bin hocherfreut, dass Sie und ihre LGBTQ-Brüder und -Schwestern unsere schöne Kathedrale besuchen wollen (…) Sie werden sehr willkommen sein.“ Damit sendet der katholische Geistliche, der im November 2016 von Papst Franziskus zum Kardinalspriester ernannt worden war, eine historische Botschaft der Inklusion an schwule, lesbische und Trans*-Gläubige.

Oft wird die LGBT-Gruppe nicht mal in die Nähe katholischer Kirchen gelassen
Beim Interparish Collaborative ist man überwältigt von der Willkommens-Geste. „Die Tatsache, dass Kardinal Tobin so offen und einladend ist, ist eine einzigartige Erfahrung“, so David Harvie zur Online-Zeitung nj.com. Die Organisation, die seit Jahren bei Pride-Paraden in New York und Umgebung für die Vereinbarkeit von Glauben und Homosexualität wirbt, kennt das auch ganz anders. Oft werden ihre Mitglieder nicht mal in die Nähe katholischer Kirchen gelassen. In der New Yorker St. Patrick’s-Kathedrale an der 5. Straße wurden sie sogar mit Polizeigewalt am Eintreten gehindert. Im Vergleich zu solchen Zurückweisungserfahrungen kommt die Einladung von Kardinal Tobin vielen von Harvies Mitstreitern unwirklich vor: „Keiner kann das glauben.“

lgbt_cathedral_poster_510_651_55Eine Messe für die katholische LGBT-Community
Jedoch: Es ist offiziell. In einem Flyer zur Veranstaltung (Bild links), der von Tobin höchstpersönlich abgesegnet wurde, heißt es: „Mit dem Segen und den besten Wünschen von Joseph Kardinal Tobin, C. Ss. R., Erzbischof von Newark, laden wir die Mitglieder der katholischen LGBT-Community und ihre Familien zu einer Messe ein, die in der Lady Chapel der Cathedral Basilica of the Sacred Hearts von Reverend Francis Gardani, C. Ss. R. abgehalten wird.“ Im Anschluss an den Gottesdienst ist eine Führung durch die Kirche geplant.

Tobin äußerte sich schon im November vorsichtig LGBT-freundlich
Joseph Tobin hatte sich bereits im November, nach seiner Ernennung zum Kardinal, für einen offenen Umgang mit LGBTI(-Angestellten) in der Kirche ausgesprochen – wenn auch vorsichtig. Damals äußerte er sich im Magazin „America“: „Wir sollten untereinander einen Geist der Einsicht kultivieren, die Zeichen von Zeit und Raum im Licht des Glaubens lesen (Mehr zum Thema im MÄNNER-Archiv). Das ermöglicht uns über diese Dinge zu sprechen und uns selbst zu fragen, was Gottes Wille ist. Wo öffnet Gott eine Tür?“ Mit der Einladung des Interparish Collaborative hat Tobin nun selbst eine Tür geöffnet. Er bietet der Organisation Raum für eine Mission, die David Harvie folgendermaßen auf den Punkt bringt: „Wir wollen einen besseren Gemeinschaftsgeist für die LGBT-Community anbieten und unsere Mitgliedschaft in der breiten katholischen Community legitimieren.“

Titelbild: Wikicommons / Adsderrick / CC-BY-SA-4.0


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