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Bis zur Homo-Ehe: Regenbogen am Rathaus

Australische Städte behalten Regenbogenbeflaggung, bis landesweit die Ehe gleichgestellt wird

In Australien ist eine neue Bewegung für die Gleichstellung der Ehe im Gange. Nachdem zum IDAHOTI vor vielen Rathäusern die Regenbogenfahne als Zeichen der Solidarität mit LGBTI gehisst wurde (siehe MÄNNER-Archiv), entschied zunächst die Bürgermeisterin von Darebin City die Flagge so lange hängen zu lassen, bis die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in ganz Australien geöffnet wird. Diesem Beispiel folgte gestern die Stadtverwaltung von Palmerston, indem sie Regenbogenbeflaggung an einem öffentlichen Platz beschloss – ebenfalls bis zur Einführung der landesweiten Homo-Ehe. Who’s next?

Der Senat lässt die Regenbogenflagge wehen, bis der Marriage Act geändert wird

Darebin Citys Bürgermeisterin Kim Le Cerf begründete ihren Einsatz zugunsten der Ehe für alle folgendermaßen: „Gleichheit im Eherecht ist ein großer Schritt zur Beendigung von Diskriminierung. Es macht mich stolz, dass die Verwaltung von Darebin City beschlossen hat, die Regenbogenflagge wehen zu lassen, bis der Marriage Act geändert wird und alle Australier die Möglichkeit bekommen zu heiraten, wer immer sie sind und wen immer sie lieben.” Seranna Shutt, Ratsfrau in Palmerston, fasste sich kürzer aber nicht minder eindeutig: „Liebe ist Liebe und jeder sollte das Recht haben, die Person zu heiraten, die er liebt. Außerdem unterstützt die Mehrheit der Australier die Ehe für alle sowieso.”

Australien und die Ehe für alle: Volksentscheid geplatzt, Gesetzentwurf abgeschmettert
Tatsächlich ist eine Mehrheit von 62 Prozent der australischen Bevölkerung für die Gleichstellung des Eherechts (Stand: Sommer 2016). Auch wurde in den Bundesstaaten Victoria, Tasmanien und New South Wales die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Ehen, die im Ausland geschlossen wurden, durchgebracht. Zudem stellte Südaustralien letztes Jahr wesentliche Teilbereiche des Eherechts gleich (siehe MÄNNER-Archiv). Mit einer landesweiten Lösung tut sich die Regierung von Malcolm Turnbull (Liberal Party, er ist eigentlich ein Befürworter der Ehe für alle) jedoch schwer. Erst platzte ein Volksentscheid, dann wurde im November 2016 ein „Plebiscite (Same-Sex-Marriage) Bill”-Gesetzentwurf mit 33 Contra-Stimmen zu 29 Pro-Stimmen abgeschmettert. Seitdem dümpelt das Thema vor sich hin.

Flaggen-Ultimatum verdeutlicht Diskriminierung im Eherecht
Das Flaggen-Ultimatum ist ein cleverer Schachzug. Indem es seinen Anfang als Zeichen gegen Homophobie am IDAHOTI nahm, wird die diskriminierende Note der Verweigerung einer Ehe für alle herausgestellt. Als öffentliches Zeichen der Solidarität über Aktionstage hinaus ist die Aktion sowieso nachahmungswürdig. Nicht nur in Australien!

Mit diesem Video begann alles! Die Bürger von Darebin heißen LGBTI in ihrer Mitte willkommen:

Titelbild: Lindsay Snow / Shutterstock


16 Kommentare

  1. Bert Bringezu

    In D unvorstellbar. Schaut nach Dresden, der dortige OB (FDP) weigert sich vor seinem Rsthaus zum CSD die Regenbogenfahne zu hissen. Zum einen weil es gegen die sächsische Flaggenordnung verstößt, wobei der OB von Leipzig es zulässt. Der wichtigere Grund des Dresdner OB’s für das Verbot ist aber, weil es der MP Tillich (CDU) nicht will.
    Was für …?

  2. Thomas Schreck

    Und wenn die Ehe endlich für alle geöffnet wird, wie viele Bürgermeister wird es geben, die sich dann trotzdem weigern, homosexuelle Paare zu trauen? In Frankreich ist genau das passiert- da waren sogar offen schwule Bürgermeister dabei

  3. Anna Sturm

    Toll… <3 🙂

    Da könnte sich Deutschland eine Scheibe abschnitzen...

    #love #liebe #loveislove #deutschland #gleichberechtigung #homosexualität #menschenrechte #russland #putin #merkel #enoughisenough #stopHomophobia #Schwulenjagd #Chechnya100


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