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Irland wird bald schwul regiert

Leo Varadkar gilt als sicherer Anwärter für das höchste Staatsamt in Irland

Nachdem Irlands Taoiseach (landesüblicher Titel des Premierministers) Enda Kenny seinen Rücktritt als Vorsitzender der irischen Regierungspartei Fine Gael und damit auch als Staatsoberhaupt bekannt gegeben hat, gilt der schwule Abgeordnete Leo Varadkar als sicherer Kandidat für Kennys Nachfolge. Bei der Fine Gael Leadership Election am 2. Juni tritt Varadkar gegen seinen Parteikollegen Simon Coveney an, der laut heutigen Umfragen mit 20 zu 45 Prozent aber weit hinter ihm liegt. Die verbleibenden 35 Prozent entfallen auf Parteimitglieder, die bislang unentschlossen sind. Das Rennen ist also mitnichten gemacht, viele LGBTI in Irland freuen sich trotzdem schon jetzt auf einen schwulen Taoiseach.

An seinem 36. Geburtstag outete er sich in einem Radio-Interview als schwul
Seit Mai 2016 war Varadkar im Kenny-Kabinett Sozialminister, zuvor war er Tourismus- und Sport- sowie Gesundheitstminister gewesen. Er ist Sohn eines indischen Vaters und einer irischen Mutter und ausgebildeter Arzt. An seinem 36. Geburtstag am 18. Januar 2015 outete er sich in einem Radio-Interview als schwul. Er verband die Offenbarung mit einem Plädoyer für ein Ja beim Volksentscheid für die Gleichstellung der irischen Ehe. Letztere wurde im Mai 2015 mit einer Mehrheit von 62 Prozent erfolgreich durchgebracht und seither gut angenommen (siehe MÄNNER-Archiv). Varadkar sagt über sein Schwulsein: „Es definiert mich nicht. Ich bin weder ein halb-indischer Politiker, noch ein Arzt-Politiker oder ein schwuler Politiker. Das sind nur Bestandteile dessen, was ich bin, aber wie ich fürchte keine Bestandteile meiner Persönlichkeit.“ Sein Mann heißt Matthew Barrett und stammt aus dem irischen Dorf Gweesalia.

Fine Gael: Christdemokratisch, liberal-konservativ, homofreundlich
Varadkars Partei Fine Gael ist eine christdemokratische, liberal-konservative Partei. Sie ist die pro-europäischste Kraft in der irischen Parteienlandschaft und gilt spätestens seit 2013, als sich Enda Kenny zu einem Ja für die Ehe für alle bekannte (siehe MÄNNER-Archiv), als homofreundlich, schaltete auch Anzeigen in schwulen Medien. Leo Varadkar startete seine Kampagne für den Parteivorsitz kürzlich mit einem Video, in dem er seine Vita und seine Standpunkte Revue passieren lässt. Sollte er am 2. Juni von den Parteikollegen gewählt werden, hat er den Posten des Taoiseach noch knapp vier Jahre (bis zur nächsten Irland-Wahl in 2021) inne.

Das Kampagnen-Video von Leo Varadkar. In Minute 3:40 flattern auch Regenbogenfahnen:

CFL2017FG from Anon on Vimeo.


7 Kommentare

  1. Maik Soetbeer

    Vanessa Brinkmann was sagte ich beim ESC ? Von dem Land von dem Deutschland Punkte bekommt geht der nächste Urlaub hin und jetzt das. Wie komisch ist das denn?! :-p

  2. Millie Deutschmann

    Wie traurig ist es, dass es erwähnt werden muss. Sollte doch so sein, dass Auswahlkriterien wie Intellekt, Empathiefähigkeit etc. eine Hervorhebung bestimmen und nicht sexuelle Neigung. Wann kommen wir zur Normalität?


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