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Boxt Daniel Muttis Bauchgefühl weg?

CDU-Spitzenmann aus Schleswig-Holstein will seine Partei im Bund von der Gleichstellung der Ehe überzeugen

Nachdem vor der Schleswig-Holstein-Wahl am 7. Mai bereits die Junge Union die Botschaft „Unsere Liebe ist nicht Zweite Klasse!“ Richtung Bundes-CDU geschickt hatte (siehe MÄNNER-Archiv), legt jetzt Daniel Günther, Spitzenkandidat der Nord-CDU und Gewinner der Landtagswahl, nach. Laut Deutscher Presseagentur (dpa) äußerte Günther am Dienstag: „Es wäre gut, wenn wir die vollständige rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften, inklusive Adoptionsrecht, in der kommenden Legislaturperiode erreichen würden.“

Akzeptanz auch abseits der „Wunschformation von Mann und Frau“
Günther, der derzeit auf Landesebene Koalitionsgespräche mit den Grünen und der FDP führt, bestätigt mit dem Statement einen Kurs, den er bereits im Wahlkampf verfolgte. Auch dort sprach er sich für die Gleichstellung der Ehe und volles Adoptionsrecht für Homo-Paare aus. Für den 43-jährigen Familienvater  und Katholik sei diese Haltung kein Widerspruch zur christlichen Programmatik des CDU-Programms: „Denn wenn zwei Männer oder zwei Frauen zusammenleben wollen, tun sie ja im Prinzip das, was auch die CDU für richtig hält – eine Partnerschaft zu zweit auf Dauer. Deshalb ist es gerade richtig, dies zu akzeptieren, auch wenn es dann nicht die Wunschformation von Mann und Frau ist.“

Gegen Merkels Bauchgefühl zu kämpfen ist „nicht aussichtslos“
Günther sei sich bewusst, dass es in der Bundes-CDU „noch ein weiter Weg“ bis zur einhelligen Bestätigung seiner Forderung sei. Aber er sei bereit, die nötige Überzeugungsarbeit zu leisten. Dass er dabei Gegenwind von Merkels legendärem Bauchgefühl und konservativen Parteifundis bekommen wird, ist ihm klar, aber es gäbe auch Verbündete in der Partei, was ihn zu dem Schluss kommen lässt: „Das ist auch nicht aussichtslos!“ Man darf gespannt sein, was kommt. Günthers Position ist nach der NRW-Wahl am Wochenende (siehe MÄNNER-Archiv) gestärkt. In Schleswig-Holstein stand zunächst noch die Option einer Ampel-Koalition zwischen SPD, Grünen und FDP im Raum, der die FDP nun eine endgültige Absage erteilte. Ein Jamaika-Bündnis zwischen CDU, FDP und Grünen könnten nun nur noch die Grünen verhindern.

Schon mal die Chemie zwischen Daniel und Angie checken?
Hier das Video von der Pressekonferenz nach Günthers Sieg bei der Schleswig-Holstein-Wahl:

Titelbild: www.daniel-guenther-cdu.de


23 Kommentare

  1. Jens Lehmann

    „will“, „möchte“, „strebt an“ und andere formulierungen sind nicht viel wert. es könnte alles so einfach und leicht sein. das zeigen bereits viele staaten weltweit.

  2. Mike Effey

    Laschet hat sich schon mehrfach und sehr deutlich dagegen positioniert. Übrigens auch so einige aus der zukünftigen FDP-Fraktion. Also jetzt keine übertriebenen oder falsche Erwartungen an das konservative Lager. Die Bauchschmerzen werden noch lange, lange bleiben.Und Seehofer, Söder und Co. sind ja auch noch da.

  3. Johannes Reimann

    Das ist doch ein peinlich durchsichtiges Manöver. Wenn die Grünen sich tatsächlich durch so eine windelweiche Absichtserklärung in eine Koalition mit jemandem locken lassen für den gleichgeschlechtliche Partnerschaften „nicht die Wunschformation“ sind, ist Ihnen wirklich nicht mehr zu helfen. Diese Entgleisung zeigt doch erst das wahre homophone Gesicht der CDU auch in SH…

  4. Klaus Klein

    Der liebe Herr Günther ist schlicht ein ganz pragmatisch denkender Machtpolitiker: um die Jamailka-Koalition mit den GRÜNEN und der FDP hinzubekommen, muss er den GRÜNEN schlicht etwas „besonderes“ bieten, damit diese ihren Mitgliedern und Wählern die Jamaika-Koalition schmackhaft machen können. Nachdem Günther bereits der grünen Finanzministerin dafür bereits 1 Tag nach der Wahl eine Jobgarantier gegeben hatte, und der GRÜNE Habeck das Umweltministerium behalten will, muss Günther nun noch etwas darüber hinausgehendes anbieten. Da er wegen seiner eigenen Wahlkampfthemen Bildung & Innere Sicherheit das Innen- und das Bildungsministerium besetzen muss, und die FDP auf dem Wirtschaftsministerium bestehen wird, und ggf. auch auf dem Justizministerium, wird Günther den GRÜNEN also entweder noch das Sozialministerium geben müssen, oder eben den Kampf für die „Homo-Ehe“. Das ist schon alles.

  5. Wolfgangl Vorck

    Das beschließt das doch einfach im Bundestag. Eine MEHRHEIT ist doch vorhanden!!! CDU oder Herr Günther hören SIE auf mit dem Quatschen von könnte, sollte machen wir ….


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