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California wählt schwulen Chef-Demokrat

Eric Carl Bauman ist der erste schwule Vorsitzende der Demokraten in Kalifornien - aber auch der umstrittenste

Auf seiner Website wird er als „der progressive Anführer, den wir brauchen, um Trump zu stoppen“ gepriesen, für Kritiker ist er der skrupellose Machtpolitiker des Establishments: Eric Carl Bauman, der neue Vorsitzende der US-Demokraten in Kalifornien – und der erste offen schwule.

Der linke Parteiflügel traut Bauman den Neuanfang nicht zu, den die Demokraten brauchen

Nachdem Bauman am Wochenende das Rennen um die Parteiführung der Demokraten im Golden State mit nur 62 Stimmen Vorsprung (aus insgesamt 3.000) gegen seine Konkurrentin Kimberly Ellis gewonnen hatte, zeigt sich deutlicher denn je, wie tief die Demokratische Partei nach Hillary Clintons Verlust bei der Präsidentschaftswahl 2016 noch immer gespalten ist (siehe MÄNNER-Archiv). Die Mitglieder des linken Parteiflügels, für die Kimberly Ellis stand, verurteilen Bauman für seine Nähe zur Pharma-Lobby und seine Position als altgedienter Establishment-Politiker vom Format Clintons (er war bereits seit 2009 Vize-Vorsitzender). Den Neuanfang, den die Demokraten dringend brauchen, trauen sie ihm nicht zu.

Bauman nutzt seine Geschichte in der LGBTQ-Bewegung, um sich als Basispolitiker zu profilieren
Bauman selbst profiliert sich derweil als perfekte Mischung aus „Grassroots-Aktivist und bewährtem Anführer“. Den Aktivisten-Bonus bezieht er aus seinem Engagement in der Homo-Bewegung: „Eric war in der LGBTQI-Bewegung an vorderster Front dabei“, heißt es auf seiner Website. „Eric traf seinen Mann Michael, als sie beide in den frühen Jahren der AIDS-Epidemie als Critical-Care-Pfleger arbeiteten. Sie verloren viele Freunde und geliebte Menschen, doch sie schlugen sich durch in den schrecklichen Jahren, in denen es hieß, schwule Männer würden es verdienen, an AIDS zu sterben. Als Aktivist wurde Eric Präsident des Stonewall Democratic Club von Los Angeles und Gründungsmitglied der National Stonewall Democrats. (…) 2008 heirateten Michael und Eric in einem kurzen Zeitfenster, bevor Proposition 8 ihnen ihre Rechte wieder wegnahm: Sie erhielten ihre Heiratsurkunde am letzten Tag, an dem das Dokument legal ausgestellt werden konnte.“

Bauman will ausgleichen
Kimberly Ellis beklagte nach dem knappen Ausgang der Wahl um den Parteivorsitz Unstimmigkeiten in der Auszählung und forderte eine Überprüfung. Bauman stimmte dem Antrag ohne Umschweife zu, ließ aber keinen Zweifel daran, dass er bereits mit der Arbeit als Parteivorsitzender beginne. Schließlich gelte es, die kalifornischen Gouverneurswahlen im Juni und November 2018 vorzubereiten. Auch einer Schmutzkampagne, in der das Gerücht lanciert wurde, er hätte sich in „unangemessenem Verhalten mit 14- bis 16-Jährigen Jungs“ ergangen, erteilte er eine Absage, indem er seine Gegner aufforderte, nicht die gleichen unlauteren Lügen zu verbreiten, mit denen Trump seinen Wahlsieg errungen habe. In einer Videobotschaft an seine Unterstützer und Gegner beschwört er die Demokraten zu einer neuen Einheit zurückzufinden (siehe unten). Letztere herbeizuführen wird wohl seine erste und größte Aufgabe sein.

Botschaft an Unterstützer und Gegner! Eric Bauman ruft zur Einigkeit auf:

Titelbild: ericbauman.com


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