Festival attendees hold signs protesting Chechnya gay persecution on the red carpet before the scree

Cannes-Jury im Tschetschenien-Protest

Die Jury der Queer-Palm überrascht auf rotem Teppich mit eindeutiger Protestaktion

Bei der Premiere des Films „120 Beats per Minute (120 Battlement par Minute)“ beim Filmfestival in Cannes hat sich die Jury des LGBTI-Festivalpreises Queer Palm mit einer beeindruckenden Demonstration gegen die Verfolgung von Schwulen in Tschetschenien (siehe MÄNNER-Archiv) positioniert. Auf dem Roten Teppich stellten sich die sechs Jurymitglieder in eine Reihe und hielten Schilder hoch, die jeweils einen Rosa Winkel zeigten und deren Aufschriften hintereinander gelesen die Botschaft: „“Silence = Death“, “Unified“, „Still!?,” “Enough,” “No More”, „Chechnya” („Schweigen = Tod“, „Vereint“, „Immer noch!?“, „Genug“, „Schluss damit“, „Tschetschenien“) ergaben.

Viel Applaus für eine „starke Geste“
Die eindrückliche Protestaktion wird von Aktivisten und queeren Medien frenetisch gefeiert. Yohann Rozéwitch, Kämpfer für Gleichberechtigung und Ex-Chef der Organisation SOS Homophobie, dankte den Jurymitgliedern für die „starke Geste“, andere zeigten sich „stolz“ und „fasziniert“ von der Aktion. Der Anlass passte zum Protest. Der Film „120 Beats per Minute“ ist eine Dokumentation über die AIDS-Bewegung und das Aktionsbündnis ACT UP im Frankreich der Achtziger Jahre. Von ACT UP stammt auch der Slogan „Silence = Death“.Der Film gilt als heißer Anwärter auf die Queer Palm.

Jury mit politischem Anspruch
Präsident der Queer-Palm-Jury ist in diesem Jahr der amerikanische Regisseur Travis Mathews (Foto, 4. von links, „Interior. Leather Bar). Weitere Mitglieder sind (von links nach rechts) Queer-Palm-Gründer Franck Finance-Madureira, Regisseur Paul Marques Duarte, Paz Lazaro, Vertreterin der Panorama-Sektion der Berlinale, Regisseurin Lidia Leber Terki und Yair Hochner, Direktor des LGBT-Filmfests von Tel Aviv. Der queere Festival-Preis wird seit 2010 vergeben. Er honoriert die Sichtbarmachung von LGBTI-Themen im Kino und ist damit per se ein politisches Statement. In den letzten Jahren wurden unter anderem das britische Bergarbeiter-Drama „Pride“, die Romanverfilmung „Carol“ und „Laurence Anyways“ von Xavier Dolan mit der Queer Palm ausgezeichnet.

Titelfoto: Imago / UPI Foto


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