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Das Ende von AIDS in Deutschland?

Die Deutsche AIDS-Hilfe stellt ihre neue Kampagne "Kein Aids für alle" vor

„Kein AIDS für alle!“ – Unter diesem Motto hat die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) am Freitag eine neue, drei Jahre laufende Kampagne gestartet. Ziel: Ab dem Jahr 2020 soll in Deutschland niemand mehr an Aids erkranken müssen. Beim Auftaktsymposium in Berlin hielt die ehemalige Bundestagspräsidentin und Gesundheitsministerin Rita Süssmuth (CDU) am Vormittag eine Keynote mit dem Titel „Das Ende von Aids ist machbar“, für die sie gefeiert wurde.

Deutschland kann mit gutem Beispiel vorangehen

Die DAH folgt mit der Kampagne den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, nach denen die Aids-Epidemie bis 2030 beendet werden soll. In Deutschland ist dieses Ziel früher erreichbar, weil die Voraussetzungen besonders gut sind: Die Zahl der HIV-Infektionen ist im internationalen Vergleich gering, HIV-Medikamente sind verfügbar und es gibt ein leistungsfähiges Gesundheitssystem. „Wir wissen, dass Deutschland als gutes Beispiel vorangehen kann. UNAIDS ist an Ihrer Seite, um Sie zu unterstützen“, betont UNAIDS-Direktor Michel Sidibé in seiner Videobotschaft. Es sei der richtige Weg, Menschen zum HIV-Test zu motivieren, zu viele würden ihren HIV-Status nicht kennen.

Wie die Zukunft aussehen könnte:

Über 1000 vermeidbare Erkrankungen jährlich

HIV muss nicht mehr zu Aids führen. Trotzdem erkranken zurzeit in Deutschland jährlich weit mehr als 1.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit –  die meisten, weil sie nichts von ihrer HIV-Infektion wissen. Knapp 13.000 Menschen leben in Deutschland unwissentlich mit HIV. Andere Menschen haben keinen Zugang zu HIV-Medikamenten. Sie alle laufen Gefahr, an Aids zu erkranken. DAH-Vorstandsmitglied Manuel Izdebski sagt: „Dass Menschen eine potenziell tödliche Krankheit bekommen, die sich längst vermeiden lässt, dürfen wir nicht hinnehmen. Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung kann man heute mit HIV lange und gut leben. Mit vereinten Kräften möchten wir in Deutschland die Bedingungen schaffen, dass alle Menschen mit HIV frühzeitig von ihrer Infektion erfahren und eine Therapie erhalten. Die Medikamente verhindern dann auch die Weitergabe von HIV.“

Die Kampagne will zehn Jahre schneller sein, als die Bundesregierung

Rita Süssmuth, die als Gesundheitsministerin den Beginn der HIV-/Aids-Epidemie erlebt und die erfolgreiche deutsche Präventionsstrategie auf den Weg gebracht hat, erklärt: „Das Ende von Aids ist ein wichtiges historisches Ziel. Ich glaube fest daran, dass es uns gelingen kann. Wir müssen unsere Anstrengungen dafür noch verstärken. Ausgrenzung müssen wir entschieden entgegentreten, Versorgungslücken schließen.“

Gesundheitsminister Gröhe: „Gemeinsam können wir es erreichen“

Auch die Bundesregierung verfolgt in ihrer Strategie BIS2030 unter anderem das Ziel, HIV-Spätdiagnosen zu vermeiden, um eine frühzeitige HIV-Behandlung zu ermöglichen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) erklärt in einer Videobotschaft, er unterstütze das Kampagnenziel „aus voller Überzeugung“: „Gemeinsam können wir es erreichen. Aufbauend auf den Erfolgen der letzten Jahre, aber auch in dem Wissen, dass bei uns noch viel zu tun ist.“ Der Minister warnt, Ausgrenzung führe dazu, dass Menschen aus Angst oder Scham nicht zum HIV-Test gingen. Besondere Anstrengungen seien außerdem beispielsweise in Haftanstalten und für Menschen mit Migrationshintergrund notwendig.

Bei der Aktion „40 Orte – 40 Aktionen“ werden DAH-Mitgliedsorganisationen mit finanzieller Förderung durch den Verband in ganz Deutschland Projekte starten, die HIV-Tests fördern und für den Nutzen eines frühzeitigen HIV-Tests sensibilisieren.Die über 40 Aktionen der Kampagne, denen viele weitere folgen sollen, kann man unter kein-aids-fuer-alle.de einsehen.

Im Rahmen des Kampagnenauftakts wurde außerde. Prof. Dr. Martin Dannecker die Ehrenmitgliedschaft der Deutschen AIDS-Hilfe verliehen. Patsy l’amour la Love würdigte sein langjähriges Engagement mit einer Laudatio.

Titelfoto: Facebook/DAH

Kampagnenmodel Maik erzählt seine Geschichte:


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