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Entschuldigung bei schwulen Soldaten

Die kanadische Regierung wird sich noch 2017 bei Tausenden unehrenhaft entlassenen Armeeangehörigen entschuldigen

Die kanadische Regierung wird sich noch 2017 formal und offiziell bei Tausenden Armeeangehörigen und Regierungsmitarbeitern entschuldigen, die bis in die späten achtziger Jahre geoutet und entlassen worden waren. Auch über Begnadigungen und Entschädigungen laufen laut einem Bericht der britischen Tageszeitung „The Guardian“  Verhandlungen.

Die Betreffenden wurden mit einem Apparat, der sich „Fruit Machine“ („Schwuchtel Detektor“) nannte „gefasst“, der von der Universität von Ottawa entwickelt worden war. Die opfer wurden angeschlossen, dann wurde ihnen sexuell explizites Material gezeigt und ihr Erregungszustand gemessen. So wollte man ihre sexuellen Orientierung bestimmen. Historiker und Wissenschaftler haben das als „barbarisch“ bezeichnet und alle Ergebnis für null und nichtig erklärt.

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Randy Boissonnault (Foto, links), den Premierminister Justin Trudeau im letzten Jahr zu seinem Berater in LGBTI-Fragen berufen hatte (MÄNNER-Archiv), führt die Verhandlungen selbst, um zu garantieren, dass das Ergebnis umfassend und vollständig ist. Er sagt: „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer inklusiven und umfassenden Entschuldigung, die noch vor Ende 2017 erfolgen soll.“ Einer seiner Sprecher ergänzte: „Deswegen dauern die Beratungen noch an.“

„Das Vorgehen der Regierung seinerzeit war brutal, sinnlos und verletzend. Natürlich sollte sie sich dafür entschuldigen“

Aktivisten haben die Entschuldigung schon seit langer Zeit verlangt und, weil ihnen der Fortschritt nicht schnell genug ging, eine von Hunderten Betroffener unterzeichnete Sammelklage gegen die kanadische Regierung angestrengt, die 600 Millionen Dollar Entschädigung erstreiten will. Douglas Elliott, der Anwalt und LGBT-Aktivist, der die Klage eingereicht hat, sie bleibe von der Entschuldigung unbeeinflusst. „Das Vorgehen der Regierung seinerzeit war brutal, sinnlos und verletzend. Natürlich sollte sie sich dafür entschuldigen“, so Elliott.

Fotos: Shutterstock/ a katz, Facebook


6 Kommentare

  1. Wolfgang Salzmann

    Ein Regierungschef der Größe beweißt. Aber dazu braucht man Eier und hat unser bunte Kanzlrin welche? Nein. Also wird das alles nichts, solange sie selber keine Kinder hat. Ich wünsche jedem Politiker, die gegen Schwule und Lesben sind ein schwulen Sohn und/oder ein lesbisches Mädchen. Dann wollen wir mal sehen wie die reagieren.

  2. Alex. Schäfer

    …hinkt hinterher…?
    Die deutsche Regierung sollte sich in Grund und Boden schämen. Es ist ein Armutszeugnis für Deutschland, dass Deutschland noch eine solche Politik im Bezug auf LGTBI fährt


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