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Schottische Kirche erwägt Homo-Hochzeit

General Assembly der Church of Scotland ebnet Weg für gleichgeschlechtliche Trauungen in Kirchen

Wenn heute die General Assembly der Church of Scotland in Edinburgh zuende geht, hat sie schon jetzt mehr gebracht als der Kirchentag mit seiner schönen, aber rein symbolischen „Traut Euch! Traut uns!“-Kampagne zu erreichen verspricht (siehe MÄNNER-Archiv). In einer dreistündigen Debatte am Donnerstag haben hochrangige Vertreter der sogenannten „Kirk“ über das Für und Wider von gleichgeschlechtlichen Trauungen in schottischen Kathedralen gestritten – und sind dabei zu dem Entschluss gekommen, dass bis zur nächsten Generalversammlung 2018 ein Gesetz erarbeitet werden soll, das die Zulassung gleichgeschlechtlicher Hochzeiten vorsieht.

Die schottische Kirche entschuldigt sich für Diskriminierung von Schwulen und „strebt nach Besserung“

Der Entschluss wurde getragen von einer weiteren bahnbrechenden Entscheidung, die eine offizielle Entschuldigung der schottischen Kirche für die Diskriminierung von Schwulen in der Vergangenheit betraf. Die Versammlung rief die rund 730 anwesenden Geistlichen zu einer „Bestandsaufnahme unserer Diskriminierungsgeschichte gegen Schwule auf unterschiedlichen Ebenen“ auf, schlug eine Entschuldigung vor und forderte, „mit vereinten Kräften nach Besserung zu streben“. Keiner der Anwesenden widersprach diesem Aufruf. Auch weil das Thema bereits im Vorfeld der Versammlung breit diskutiert worden war (siehe MÄNNER-Archiv).

Die Meinungen gehen auseinander, aber die Zeichen der Zeit sprechen für uns

Was gleichgeschlechtliche Trauungen anging, gingen die Standpunkte dagegen noch auseinander. Während zum Beispiel Pastor Peter Johnston aus Ferryhill sagte, dass er die Möglichkeit haben wolle, seine lesbische Tochter ebenso in seiner Kirche zu trauen wie seine drei heterosexuellen Kinder, konterte sein Kollege Dale London mit den üblichen Argumenten, dass Homosexualität dem Wort Gottes widerspreche und eine Sünde sei. Der Großteil der Anwesenden war sich jedoch einig, dass es nötig sei, die Zeichen der Zeit zu lesen und zur rechtlichen Gegenwart im Land (in Schottland wurde die Ehe 2014 gleichgestellt) aufzuschließen.

Gleichgeschlechtliche Ehen ja! Polyamorie und Roboter-Ehen nein!

Ein möglicher Beschluss der Zulassung von gleichgeschlechtlichen kirchlichen Trauungen im Jahr 2018 solle allerdings nicht als Aufweichung von Werten missverstanden werden. „Wir glauben zum Beispiel nicht, dass die Ausweitung der Ehedefinition auf Personen des gleichen Geschlechts die Tür für eine rechtliche Anerkennung polyamouröser Verbindungen öffnet. Ebensowenig öffnet sie die Tür für Ehen mit Robotern. Das Herz unseres Verständnisses bleibt bei einem einvernehmlichen Vertrag zwischen zwei Personen.“

Titelbild: Francesco Dazzi / Shutterstock.com


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