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Schulz: Keine Eheöffnung bis zur Wahl

Der SPD-Kanzlerkandidat möchte bis zum Ende der Legislaturperiode den Koalitionsfrieden wahren

Ja, Martin Schulz will die Ehe für alle: Im Februar bestätigte die SPD, dass auch ihr Kanzlerkandidat hinter der Forderung stehe (MÄNNER-Archiv). Er wolle CDU und CSU an dieser Stelle im Wahlkampf hart angreifen. Denn die hätten die Gleichstellung schon 2013 aus rein ideologischen Gründen blockiert. Der SPD sei es in der Koalition gelungen, Diskriminierungen weiter abzubauen, aber nun sei es Zeit für die volle Gleichstellung, inklusive Adoptionsrecht. Eine parlamentarische Mehrheit dafür gibt es mit Grünen und Linken schon lange.

Jetzt, wo der Wahltermin näher rückt und sich die Chance bieten könnte, die Eheöffnung per freier Abstimmung noch vor dem Ende der Legislaturperiode durchs Parlament zu bringen, klingt Schulz zurückhaltender. Dem queeren Berliner Stadtmagazin Siegessäule sagte Schulz in einem Interview, das in der Juni-Ausgabe erscheint, „CDU und CSU lehnen die Ehe für alle ab, und in einer Koalition kann man keine Politik gegen den Koalitionspartner machen. … Wir haben bei den Koalitionsverhandlungen 2013 versucht, die Union aus ihrer homophoben Ecke zu holen. Es ist uns nicht gelungen, aber natürlich bleiben wir dabei: Wir wollen die Öffnung der Ehe.“

„Je stärker die SPD aus den Wahlen hervorgeht, desto größer ist die Chance, das endlich auch durchzusetzen“

„Die Karten werden am 24. September neu gemischt. Dann gilt: Je stärker die SPD aus den Wahlen hervorgeht, desto größer ist die Chance, das endlich auch durchzusetzen.“ Unbedingter politischer Willen klingt anders. Bundesjustizminister Heiko Maas hatte am letzten Wochenende schon gesagt, wie es auch weitergehen könnte: „Wenn die Politik das jetzt nicht entscheidet, wird früher oder später das Bundesverfassungsgericht dafür sorgen und uns die Entscheidung abnehmen. Das war bereits bei vielen anderen Gleichstellungsfragen so.“ (MÄNNER-Archiv)

Außerdem will die SPD laut ihrem Regierungsprogramm Artikel drei des Grundgesetzes, der die Diskriminierung aufgrund bestimmter Eigenschaften verbietet, um sexuelle Identität erweitern. Dieses Projekt bestätigte Schulz im Siegessäule-Interview noch einmal.

Foto: Shutterstock/Tomasz Bidermann


41 Kommentare

  1. Marcus Lis

    Warum wird nur die SPD abgestraft … ??!!!! Was ist mit der CDU ???!!! Die Deutschen haben es immer noch nicht verstanden!!!
    Die homophobe Oma Merkel muss auch weg!!!

  2. Ingo Schütz

    Das Thema hatte ich gestern auch Kommentiert bei Ehe für alle und ich wurde abgestraft von dem Admin der Seite weil ich die Wahrheit angesprochen habe.
    Habe versucht zu erklären , das Martin Schulz in der momentanen Situation nichts unternehmen kann mit der CDU .
    Da die CDU mehr sitze hat im Bundestag als die SPD.
    Das hat dem Admin der Seite Ehe für alle nicht gefallen .
    Ich werde Garantiert hier auch in einer Offene Wunde stechen .
    Aber Sorry so geht halt Politik.

  3. Detlef Raeckow

    Hatte Frau Merkel nicht zum Kirchentag ein Satz genannt die würde ist unantastbar bitte Frau Merkel warum halten sie sich nicht daran. Warum tun sie sich so schwer Ehe für alle, haben sie Angst, vor Lesben ehe Schwulen ehe. Oder haben sie Angst um ihren Job. Es wird höchste Zeit sich anzuschließen andere Länder sind viel weiter damit als Deutschland. Und Deutschland will immer ein Vorbild sein. Wir sind in diesen Punkt noch im 20 Jahrhundert. ( Frau Merkel sie schaffen das )

  4. Patrick Lucan Kaufmann

    Die eheöffnung müsse kommen, aber nicht gleich.
    Wann ist der richtige Zeitpunkt?
    Wenn Schweine fliegen können?

    Andere Länder machen es vor und die schimpfen sich nicht fortschrittlich und loben sich wie Deutschland es macht.

  5. Michael Moje

    Es gibt genug bei der CDU zu kritisieren… das, was ich der SPD ankreide, vor einer Wahl alles zu versprechen und nach der Wahl als erstes die Schwulen über die Klinge springen zu lassen, wenn es um die Macht geht. Sind ja nur Schwule…

  6. Kevin Montany-Jung

    >falls der im Zusammenhang eines Orden vor zig Jahren in Presse genannte Verdacht mit einhergehenden Protesten der Wahrheit entspricht, habe ich, solange die SPD diesbezüglich gemeinsam mit der Charité i.c. latent eigene Schwulenferne bis Schwulenfeindliche Interessen (inkl. verachtenswerte Experimente) verfolgt, kein Vertrauen=?!?! = in dem Fall müsste man sogar sagen, dass die CDU und CSU sicher nicht besser aber ehrlicher ist und aus dieser Konstellation das Thema sauberer zum Ziel führen könnte, wenn man es mit den richtigen Argumenten nur wollte und damit eine schlaue Frau M. (trotz gegenteiliger Erziehung) auch überzeugt und erreicht =?!?=denke ich =?!?!< <

  7. Kevin van Sloterdijk

    Wird auch danach nicht passieren. Die reden so viel wenn der Tag lang ist. Sollen lieber mal erst handeln und dann reden diesbezüglich.

    Aber Schulz ist halt ne ganz große Luftpumpe. 😉

  8. Dominik Rausch

    die spd wird gar nicht gewählt werden… laut umfragen ist die cdu immer ein stück höher… aus der traum von der ehe für alle, für weitere paar Jahre

  9. Oliver Dubben

    Was er eigentlich sagen will ist:“Wählt mich!“. Das sind alles hohle Phrasen, die die Verhandlung eines Koalitionsvertrags nicht überstehen. Wäre es der SPD ernst mit der Ehe für alle, wäre sie schon lange Gesetz.

  10. Marcelo Jürgens

    Die SPD hätte die Chance, in einer der letzten Sitzungen des alten Bundestags zu zeigen, dass sie einen Arsch in der Hose hat. Die Ehe für alle tut niemandem politisch weh und würde im Gegensatz zu anderen Rot-rot-grünen Projekten auch nicht in der ersten Sitzung des neuen Bundestags gekippt werden.
    Schulz sagt in EU-Sprech… ich will nicht. Passt ja, ich will ihn auch nicht.

  11. Dieter Fricke

    Was sind wir doch für ein rückständiges Land. Hauptsache, das Bauchgefühl der gestrigen Kanzlerin wird nicht verletzt. Beschämend, Genosse Schulz.


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