molla

Sie hat’s gesagt!

Angela Merkel mahnt beim Putin-Besuch in Sotschi den Schutz von Minderheiten an

Man konnte nicht unbedingt davon ausgehen, dass Angela Merkel beim Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin in Sotschi die Schwulenverfolgung in Tschetschenien anspricht. Mit den Konfliktherden Syrien, Krim und Ukraine standen ohnehin schon viele unbequeme Themen auf dem Programm. Jedoch: Bei einer Pressekonferenz am Mittag ließ Merkel verlauten, dass man zwar viele Meinungsverschiedenheiten habe, sich aber darüber im Klaren sei, dass ein Waffenstillstand in der Ukraine hermüsse und die wirtschaftlichen Beziehungen ausgebaut werden sollten. Und dann: Sprach sie auf einmal an, dass sie bei Putin aufgrund der alarmierenden Berichte über die Verfolgung von Homosexuellen in Tschetschenien (siehe MÄNNER-Archiv) und von Zeugen Jehovas in Russland auch angemahnt habe, den Schutz von Minderheiten zu gewährleisten.

Merkels Statement zeigt: Aktivismus lohnt sich!

Es ist davon auszugehen, dass Merkel für das Thema Tschetschenien auch sensibilisiert war, weil sich am Wochenende ein Aktivist in einem Käfig vorm Kanzleramt angekettet hatte, um auf die Verfolgung und Tötung von Schwulen im Staate Kadyrow aufmerksam zu machen. Und weil Anfang April eine Großdemo durchs Berliner Regierungsviertel gezogen war (Fotos im MÄNNER-Archiv). Der Einsatz der LGBTI-Kämpfer Menschenrechtler hat sich also gelohnt.

Sotschi brachte mehr als man erwarten durfte. Aber es geht weiter!

Merkel, die normalerweise für ihr unangenehmes „Bauchgefühl” bekannt ist, wenn es um Homo-Themen geht, reiht sich damit in eine illustre Reihe internationaler Politiker und Prominenter ein, die die Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien öffentlich verurteilen. Die Reaktionen der Bundesregierung waren bislang zurückhaltend gewesen (MÄNNER-Archiv). Allerdings hatte man beteuert, dass man die Berichte über die staatliche Verfolgung von Homosexuellen in Tschetschenien als glaubwürdig einstufe. Auch eine Kontaktaufnahme mit Betroffenen durch die Deutsche Botschaft war in die Wege geleitet worden. Merkels direkte Ansprache des Problems im Gespräch mit Putin übt nun diplomatischen Druck an genau der Stelle aus, wo er angesetzt werden muss. Zumal Putin die Leugnungen des tschetschenischen Staatschefs Ramsan Kadyrow anerkannt hatte – was zugegebenermaßen fraglich macht, ob er die Mahnung der Kanzlerin wirklich ernst nimmt.

Neben diplomatischen Bemühungen ist nun aktive Opferhilfe gefordert

Mindestens genauso wichtig wie diplomatische Bemühungen ist allerdings der humanitäre Einsatz. So fordert der Lesben- und Schwulenverband (LSVD), Deutschland müsse aktiv zum Schutz gefährdeter Personen aus Tschetschenien beitragen, ihnen die Aufnahme anbieten und die Visa-Vergabe für Betroffene lockern. Deutsche Konsulate und die deutsche Botschaft müssten dementsprechend angewiesen werden. Auch jeder Einzelne kann helfen, indem er Geld an Hilfsorganisationen spendet, die die Evakuierung von verfolgten Tschetschenen organisieren. Der Link zum Spendenkonto kommt HIER!

Titelbild: allout.org


21 Kommentare

  1. Wolfgang Schmitt

    Sie koennte natuerlich auch die Ehe gleichstellen und das Adoptionsrecht regeln und dann bei Putin mit „ein bisschen gleichgestellt gibt es nicht” kommen, aber das Bauchgefuehl…

  2. Mike Georg

    Die soll sich lieber um die Probleme hier kümmern. Wozu haben wir den Pack konformen Außenminister? Schon traurig genug wie der sich blamiert.

  3. Anna Sturm

    Ich bin immer noch der Meinung, dass nicht hätte erst ein ganzer Monat verstreichen dürfen, bis sich unsere Kanzlerin dazu entschlossen hat, mit dem russischen Staatspräsidenten zu sprechen. Erst nach Überreichung der Petition – wohlgemerkt!

    Wobei sie ihm ja nicht konkret mit Sanktionen gedroht hat, so wie sie es wegen dem Gas zum Beispiel gemacht hätte, wenn Putin den Hahn zudrehen würde. Theoretisch!

    Möchte mir gar nicht erst vorstellen, wie viele Männer in diesem einen Monat des Nichtstuns unserer Kanzlerin zu Tode gefoltert wurden!

    Anna Sturm

    #loveislove #deutschland #gleichberechtigung #homosexualität #menschenrechte #russland #putin #merkel #enoughisenough #stopHomophobia #chechnya100 #Schwulenjagd

  4. Justin Weiher

    Seid wann sind Homosexuelle Minderheiten??? Alter was für ein Dreck kann so über Menschen Urteilen!!! Die Nazis in Deutschland warn ja schon Behämmert genug, doch anscheinend hatte die Welt vom Krieg nicht genug gelitten so das die endlich Aufwachen!!! Ich sag nur zumglück haben die Nazis Verschissen in ihrem Dreck!!! Anderseits hätten die für ware Gerechtigkeit gekämpft wern sie heute noch da halt Beliebt. Trotz allem Schluss mit dem Thema der Missgeburten, ich hoffe das die Scheiß Hassverbreiter alle Krebst bekomm und die Welt endlich von sowas Gesäubert wird!!!!!

  5. Alexander Runge

    Das sagt ausgerechnet SIE. Putin müsste vom Prinzip her das selbe Schicksal ereilen wie damals Kennedy. Wäre jedenfalls besser für die Welt. Und Merkel brauch sich nicht aufspielen. Es ist kein Geheimnis das Sie kein Verständnis für Homosexualität hat.

  6. Anna Sturm

    Weißt du, was mich wundert? Merkel ermahnt Putin und er sagt, er würde für Abhilfe sorgen bzw. sich darum kümmern.

    Vor Tagen hat Putin aber behauptet, es gäbe keine Schwulenjagden und alles sei ein Fake.

    Worüber haben jetzt die beiden gesprochen??? Denn Merkel hat ihn aufgefordert für etwas zu sorgen, was es laut Putin aber gar nicht gibt. Wieso schreibt die Presse nicht über diesen widersprüchlichen Sachverhalt?

  7. Anna Sturm

    Wisst ihr, was mich wundert? Merkel ermahnt Putin und er sagt, er würde für Abhilfe sorgen bzw. sich darum kümmern.

    Vor Tagen hat Putin aber behauptet, es gäbe keine Schwulenjagden und alles sei ein Fake.

    Worüber haben jetzt die beiden gesprochen??? Denn Merkel hat ihn aufgefordert für etwas zu sorgen, was es laut Putin aber gar nicht gibt. Wieso schreibt die Presse nicht über diesen widersprüchlichen Sachverhalt?


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close