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Tennislegende wird zur homophoben Hexe

Margaret Court kündigt Qantas ihre Stammkundschaft, weil sich die Airline für Ehe für alle einsetzt

Dass die australische Fluggesellschaft Qantas Airlines mit Alan Joyce einen schwulen Geschäftsführer hat, konnte Tennislegende Margaret Court (Foto oben, Mitte, mit Victoria Azarenka, links, und Li Na) eben noch so verknusen (siehe MÄNNER-Archiv), dass das Unternehmen in letzter Zeit offensiv für die Einführung der Ehe für alle in ihrer australischen Heimat wirbt, geht der 74-Jährigen aber dann doch zu weit. In einem offenen Brief, den sie in der Zeitung The West Australian veröffentlichte, kündigt die Rekordhalterin (Court ist mit 64 Grand-Slam-Titeln von 1960 bis 1977 bis heute die erfolgreichste Tennisspielerin aller Zeiten) einen persönlichen Boykott der Airline an. Begründung: „Ich bin enttäuscht, dass Qantas zum aktiven Unterstützer der gleichgeschlechtlichen Ehe geworden ist. Ich glaube an die Ehe als Vereinigung von Mann und Frau, so wie es in der Bibel steht.“

briefMargaret Court steht schon lange mit LGBTI-Aktivisten auf Kriegsfuß
Der Brief ist nicht das erste Mal, dass sich Court durch antischwule Äußerungen hervortut. So hatte es 2012 einen offenen Schlagabtausch zwischen der Ex-Sportlerin und LGBTI-Aktivisten gegeben, weil letztere infolge von Courts homophoben Äußerungen ihre Ausladung als Ehrengast von den Australian Open forderten. Außerdem organisierten sie einen Regenbogenflaggen-Protest in dem nach Court benannten Stadion in Melbourne. Die Reaktion der Tennis-Queen: „Die wollen nicht, dass ich zu den Australian Open komme? Das wollen die? Mich hält keiner auf.“ Seither ist die Umbenennung der Margaret Court Arena dauerhaft in der Diskussion – ein Thema, das durch den offenen Brief neues Feuer bekommt.

Martina Navratilova sagt: „Margaret – du bist zu weit gegangen. Schäm dich!“
Der offene Brief in The West Australian hat zu sofortigen Reaktionen von prominenter Stelle geführt. So twitterte unter anderem die lesbische US-Tennislegende Martina Navratilova (ebenfalls eine der erfolgreichsten Spielerinnen aller Zeiten) mehrfach zu Courts Schreiben. Darunter den Kommentar „Ich danke Qantas für die Unterstützung. Und Margaret – du bis zu weit gegangen. Schäm dich!“ Auch die Diskussion um die Umbenennung der Margaret Court Arena fachte Navratilova mit einem bissigen Kommentar neu an: „Vielleicht ist es jetzt endlich Zeit, den Namen der Margaret Court Arena zu ändern… und Margaret wird auf ihrem nächsten Trip vermutlich das Schiff nehmen?:)“

martina

Titelbild: Neale Cousland / Shutterstock.com


6 Kommentare

  1. Josh Dem

    Schade, das diese Grande Dame des Tennis so denkt. Sie beruft sich darauf, was in der Bibel steht. Vielleicht sollte man sie daran erinnern, das nicht Gott dieses Zeug geschrieben haben, sondern Menschen und das in einer Zeit, wo es eine andere Gesellschaft gab als heute. Schade, das gerade sie, die durch ihren Sport immer mit Homosexuellen umgeben war (Martina Navratilova und Billie Jean King) so denkt wie sie ist…. veraltet!!!!


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