HIV: Und hier die Fakten

Sechs Zahlen für ein besseres Diskussionsverhalten beim Thema HIV

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Die gute Nachricht zuerst: Es haben sich 2014/2015 in Deutschland wahrscheinlich so wenig Männer die Sex mit Männern (MSM) haben mit HIV infiziert, wie lange nicht, obwohl sich insgesamt mehr Menschen mit HIV infiziert haben. Die Zahl der Neudiagnosen für die Gruppe der MSM sank im gleichen Zeitraum um fast sechs Prozent, und zwar von 1702 auf 1616 Fälle. Das könnte schlicht daran liegen, dass weniger schwule und bisexuelle Männer zum Test gegangen sind, oder die ‚Testblase‘, die Anzahl die schon lange positiv sind, aber sich erst jetzt haben testen lassen, endlich kleiner wird. Was, da keine signifikanten Veränderungen beim Testverhalten zu beobachten ist, in dieser Größenordnung aber unwahrscheinlich ist. Das geht aus dem  Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2015 hervor, dass das Robert Koch Institut Anfang September 2016 veröffentlicht hat. Sollte sich dieser Trend in den nächsten Jahren fortsetzen, wäre es gelungen, das Plateau, auf dem sich die Neudiagnosen bis dato befanden, einzureißen und sich auf den Weg nach unten zu begeben, was die Neuinfektionen anbelangt.

Es geht um innere und äußere Sicherheit beim Sex

Da mit der PrEP jetzt ein weiteres Instrument für die Prävention zur Verfügung steht, das in anderen Ländern schon breit Wirkung zeigt, kann es sein, dass der Trend anhält auch wenn sich im Verhalten einiger schon einiges geändert hat. Auf den nächsten Seiten finden sich fünf Zahlen aus der Studie „Schwule Männer und HIV/Aids“ (SMHA), die die Deutsche AIDS-Hilfe 2016 veröffentlicht hat. 16.734 homo- und bisexuelle Männer haben der Sozialwissenschaftler Jochen Drewes und der Psychologe Martin Kruspe dafür im Jahr 2013 befragt. Sie zeigt: Das Schutzverhalten ist stabil, aber nicht in Stein gemeißelt. Paare verhandeln immer mal wieder neu, was geht und was nicht und gerade die Jungen sollten viel öfter zum Test gehen, als sie das tun. Auf der nächsten Seite finden sich fünf Zahlen, die den Stand der Dinge ganz gut zusammenfassen und auch sowas wie einen Ausblick gestatten. Mehr muss man eigentlich nicht wissen, um gerade mitreden zu können. Und wer wollte das nicht? Also los geht’s mit der neuen Diskussion um die innere und äußere Sicherheit beim Sex.

Foto: Shutterstock/wernerimages


3 Kommentare

  1. Kay Jesko

    Das sind ja keine Antworten, die auf Fakten beruhen, sondern pure Selbsteinschätzungen. Insofern sagt die Studie nur etwas darüber aus, wie die Befragten sich selbst sehen. Menschen neigen dazu, sich selbst gegenüber zu flunkern. Es gibt – nur als Beispiel – alleine schon so viele Männer, die behaupten, es IMMER mit Kondom zu machen, nur wenn es wirklich darum geht, kümmert sie ihr Geschwätz von gestern nicht mehr.

  2. Männer Magazin

    Kay, jede Studie die auf Befragungen beruht (Wahlumfragen, Befragungen zu Ernährung, etc., eigentlich alle Umfragen), beruhen auf Selbsteinschätzungen der Befragten. Statistiker befragen deswegen eine Menge – in diesem Fall fast 17.000 – Menschen, um einen möglichst breiten, vielfältigen und deswegen repräsentativen „Fussabdruck“ der befragten Gruppe zu bekommen. Statistik geht seit 150 jahren so vor. Die deutsche HIV-Prävention, die mit diesen Zahlen seit 30 Jahren arbeitet, ist die erfolgreichste der Welt. In keinem anderen Land der Erde haben sich, gemessen an ihrer Gesamtzahl, weniger schwule und bisexuelle Männer mit HIV infiziert. Irgendwas machen die Jungs also sehr richtig.

  3. Kay Jesko

    Männer Magazin, das alles bestreite ich doch gar nicht – und vieles Gesagte stimmt durchaus hoffnungsfroh. 🙂

    Aber wenn man den Artikel liest, drängt sich einem der Verdacht auf, es gehe um mehr als eine Selbsteinschätzung der Befragten. Und auch, wenn viele Studien auf Befragungen beruhen, muss immer klar bleiben, dass Selbsteinschätzung und tatsächliches Risikoverhalten nicht immer korrelieren.


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