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Rabbi löst Homo-Kontroverse aus

Joseph Dweck findet Feminismus und Homosexualität "fantastisch" - seine Kollegen weniger

Rabbi Joseph Dweck (Foto, Vorsitzender der britischen S&P Sephardi Community), löste in der letzten Woche einen Aufschrei unter seinen Glaubensbrüdern aus, weil er in einem Schreiben formuliert hatte, dass „Feminismus und sogar Homosexualität in unserer Gesellschaft … eine fantastische Entwicklung der Menschheit sind“. Von Vertretern der orthodoxen jüdischen Community wurde er seitdem massiv angegriffen, weil die Aussage nicht mit den Glaubensgrundsätzen der Tora vereinbar sei. Der amerikanische Rabbi Yosef Mizrachi hatte Dwecks Worte sogar als „ketzerisch“ bezeichnet. Zudem wurden Petitionen gestartet, die eine Rücknahme der Aussage oder sogar Dwecks Rücktritt forderten. Mehrere hundert Unterstützer unterzeichneten. Jetzt melden sich Dwecks Unterstützer mit einer eigenen Petition zu Wort.

„Unsinnige Worte“ oder überfälliger Fortschritt?
Joseph Dweck selbst war im Zuge der Aufregung über seine „unsinnigen Worte“ (so formulierte es ein Protestschreiben von amerikanischen Rabbis) bereits zurückgerudert. So sei ihm bewusst, dass gleichgeschlechtlicher Sex mit den Lehren der Torah nicht vereinbar sei, und er stellte in einem Schreiben klar: „Ich habe nicht gesagt, dass der homosexuelle Akt fantastisch ist. Ich habe gesagt, dass die Entwicklung der Gesellschaft nachhaltige Vorteile bringt, ähnlich wie Maimonides (ein jüdischer Philosoph des Mittelalters, Anm. d. Red.) sie für den Islam und das Christentum aufgezeigt hat.“ Dweck räumte auch ein, dass das Wort „fantastisch“ vielleicht etwas stark gewählt gewesen sei.

Eine progressive Gruppe unterstützt Dweck mit einer Petition zu seinen Gunsten
Gleichzeitig formierte sich eine Gruppe, die sich als Gegenbewegung zum Flügel der Traditionalisten profiliert. Beim Online-Portal Ipetitions.com ging kürzlich die Petition „We stand with Rabbi Joseph Dweck“ („Wir stehen hinter Rabbi Joseph Dweck“) an den Start. Sie wurde initiiert von „Mitgliedern der Community, die durch gemeinsame Werte verbunden sind, aber trotzdem Diversität in Gedanken und Meinungen wertschätzen“. Im Infotext heißt es: „Wir mögen nicht alle mit allem, was Rabbi Dweck ausgedrückt hat, übereinstimmen, aber wir kennen ihn als integren Lehrer der Tora mit einem großen Wissen um die jüdische Tradition und viel Liebe für Klal Israel“. Die Grundüberzeugung hinter der Petition formulieren die Initiatoren folgendermaßen: „Wir können wahrhaftig den Traditionen unserer Vorväter folgen, die Weiterbildung, Freiheit in Gedanken, einen zivilen Diskurs und Respekt trotz unterschiedlicher Meinungen und Ideologien schätzten.“ Bis jetzt unterzeichneten über 2.000 Unterstützer, 2.500 sind das Ziel.

Titelbild: www.sephardi.org.uk


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