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Und jetzt?

Was müssen Paare beachten? Welche juristischen Änderungen gibt es? Und wann kann geheiratet werden? Wir haben die Antworten

Was passiert als Nächstes?

Nachdem der Bundestag den Gesetzentwurf des Bundesrates heute verabschiedet hat, muss er noch einmal in den Bundesrat. Der muss aber nicht noch einmal zustimmen. Er hätte lediglich die Möglichkeit, Einspruch einzulegen, der vom Bundestag aber mit derselben Mehrheit wie heute überstimmt werden könnte. Das der Bundesrat Einspruch erhebt, gilt, wegen der Mehrheiten in ihm, als absolut unwahrscheinlich. Werden die üblichen Fristen eingehalten, befasst sich der Bundesrat in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause am 22. September mit dem Gesetz.

Erste gleichgeschlechtliche Hochzeiten finden also frühestens am 1. Oktober, vielleicht aber auch erst im Dezember statt

Soll es schneller gehen, und noch in der letzten Sitzung vor der Sommerpause am 7. Juli geschehen, muss der Bundestag einen Antrag auf Fristverkürzung stellen. Ob das geschieht ist nicht sicher, weil der üblicherweise von der Regierungskoalition gestellt werden muss, zu der ja auch die CDU/CSU gehört, deren Abgeordnete mehrheitlich gegen das Gesetz gestimmt haben. Nachdem der Bundesrat zugestimmt hat, muss Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Gesetz unterschreiben und veröffentlichen. Danach wird den Behörden, wie bei jedem neuen Gesetz, eine Frist von drei Monaten zur Vorbereitung auf die Umsetzung eingeräumt. Erste gleichgeschlechtliche Hochzeiten finden also frühestens am 1. Oktober, vielleicht aber auch erst im Dezember statt.

Das Adoptionsrecht kommt!

Aufgrund jahrelanger Überarbeitungen des Gesetzes zur Eingetragenen Partnerschaft, sind Eingetragene Partnerschaft und Ehe in Deutschland juristisch fast deckungsgleich. Der einzig verbleibende große Unterschied ist das Adoptionsrecht. Lebenspartner dürfen per Stiefkindadoption zwar ein Kind adoptieren, das einer der beiden Partner schon hat oder adoptiert hat. Eine gemeinsame Adoption ist bislang allerdings nicht möglich. Genau das ändert sich mit der Öffnung der Ehe: Auch gleichschlechtliche verheiratete Paare können jetzt gemeinsam Kinder adoptieren.

Kann ich nicht einfach verpartnert bleiben?

Viele der beiden PartnerInnen* in den rund 43.000 eingetragenen Partnerschaften in Deutschland  stellen sich jetzt sicher diese Frage. Erstmal: Ja, das geht. Aber die gleichen Rechte wie Eheleute habt Ihr dann nicht.

Verpartnerte müssen noch einmal Ja sagen!

Der Text des Gesetzes zur Eheöffnung ist sehr deutlich: „Eine Lebenspartnerschaft wird in eine Ehe umgewandelt, wenn zwei Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner gegenseitig persönlich und bei gleichzeitiger Anwesenheit erklären, miteinander eine Ehe auf Lebenszeit führen zu wollen …  Die Erklärungen werden wirksam, wenn sie vor dem Standesbeamten abgegeben werden.“ Heißt: Ihr müsst nochmal zum Standesamt und noch einmal Ja sagen. Das gilt auch für Paare, die im Ausland leben oder geheiratet haben. Und ist natürlich ein fabelhafter Anlass, für eine weitere Party!

Kurze Warnung zum Schluss

Wer verheiratet ist, für den gilt auch das Ehescheidungsrecht. Eine Scheidung in Deutschland kostet im Schnitt 7.000 Euro und dauert anderthalb Jahre. Wer heiratet, sollte das also unbedingt aus Liebe tun und sich sicher sein.

 Foto: Shutterstock/Lucian Milasan

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