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Die Ehe ist geöffnet!

Mit 393 Ja-Stimmen zu 226 Nein-Stimmen öffnet der der Deutsche Bundestag die Ehe in Deutschland

Vor fünf Tagen hat Angela Merkel sich verplappert und gesagt, die Ehe für alle sei irgendwie auch eine Gewissensentscheidung. Heute wird im Deutschen Bundestag deswegen über einen zwei Jahren alten Gesetzentwurf abgestimmt. Vorher gab es eine 40-minütige Debatte. Und jetzt wird gefeiert!

Um 9.15 war es soweit: Der Gesetzentwurf zur Eheöffnung ist mit 393 Ja-Stimmen zu 226 Nein-Stimmen im Deutschen Bundestag auch in der namentlichen Abstimmung angenommen. Volker Beck weint vor laufender Kammera vor Glück, die Kanzlerin hat dagegen gestimmt, aber das ist egal: DIE EHE IN DEUTSCHLAND IST GEÖFFNET!!!

Karl-Heinz Brunner, SPD: „Was für ein schöner Tag politisch zu arbeiten. Eine jahrzehntelange Debatte findet heute zum Wohle der Menschen ihren Abschluss. Wie schön, das die Ehe für alle möglich wird, ohne Gerichtsentscheidung, sondern politisch gewollt, aus der Mitte der Bevölkerung. Wir werden heute reicher in Deutschland.“

Gerda Hasselfeldt, CSU: Für mich ist das eine persönliche Entscheidung. Ich respektiere die Entscheidung jedes einzelnen, erwarte den gleichen Respekt aber auch

Johannes Kahrs, SPD: „Für Lesben und Schwule ist das heute ein großer Tag. … Frau Kanzlerin hat sich verstolpert. Die CDU hat immer blockiert. Das ist erbärmlich. … Wir haben die Gleichstellung der Ehe verdient. … Ehrlich gesagt, Frau Merkel: Vielen Dank für nichts.“

Erika Steinbach, fraktionslos: „Eine solche Debatte aus dem Handgelenk, das hat unser Grundgesetz und das Thema nicht verdient. Ich werde heute dagegen stimmen.“

Volker Beck, Bündnis90/Die Grünen: „Die Eheöffnung ist ein Beitrag zur Gleichheit und Einigkeit in unserem Land. … Die epoche der Akzeptanz kann heute beginnen. … Lassen Sie heute die Parteipolitik beseite.“

Jan Marco Lukasz, CDU: „Wenn wir heute die Öffnung der Ehe beschließen, setzen wir bürgerliche und konservative Politik um. … Man kann doch die Ehe nicht schützen, in dem man Menschen verbietet zu heiraten.“

Eva Högl, SPD: „Die Ehe für alle ist keine Frage des Geschmacks und des Bauchgefühls, sondern der Gerechtigkeit“.

Harald Petzold, Linke: „Nach der Ehe für alle ist nun eine Reform des Transsexuellengesetzes oder ein Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie notwendig. Das könne wir jetzt eingehen.“

Katrin Göring-Eckhardt, Fraktionsvorsitzende Bündnis90/DIE GRÜNEN: „In diesem Moment weiß man: Hier wird gerade Geschichte gemacht. … Es geht in der Abstimmung heute um die Gleichheit aller vor dem Gesetz. Es ist genug Ehe für alle da. … Nehmen sie ihr Gewissen in die Hand, und freuen sich. … Es ist doch großartig, wenn Paare Kinder adoptieren wollen, auch darum geht es heute.“

Volker Kauder, CDU: „Es bleibt für mich schon klar, dass es nicht dasselbe ist und die Ehedefinition als Verbindung zwischen Mann und Frau gerechtfertigt ist. … Das Bundesverfassungsgericht hat das auch so entschieden. Unabhängig davon, wie es ausgeht, sage ich für mich und meine Fraktion: Wir haben Respekt vor der Haltung jedes Kollegen und jeder Kollegin. Aber die, die nicht zustimmen, haben den selben Respekt verdient.“

Linken Politiker Dietmar Batsch  Zur SPD meinte er: „Das hätten sie schon die ganzen vier Jahre haben können.“ Man hätte so viel fortschrittliche Politik machen können. Als Linke werde man „nie die CDU-Vorsitzende um Erlaubnis fragen“. Zugleich sei es „völlig unerheblich“, wer heute als Gewinner darstehe.

08:10 Uhr

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann: „Ich habe Verständnis für alle, die Bedenken haben, die muss man respektieren. Aber: Vielen wird etwas gegeben, aber niemanden etwas genommen. Ich hoffe, das Gesetz findet heute eine große Mehrheit.“

Titelfoto: Shutterstock.com/TTstudio

 


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