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Kanada: Trans-Kids besser geschützt

Ein neues Gesetz sagt, die Geschlechtsidentität eines Minderjährigen nicht anzuerkennen, ist Kindesmissbrauch

Kanada ist eines der führenden Länder wenn es um die Rechte von LGBTI geht (MÄNNER-Archiv). Und entwickelt sich dabei zusätzlich noch ständig weiter. Die Regierung hat vor Kurzem den „Youth and Families Act of 2017“ verabschiedet, der auch als „Bill 89“ bekannt ist. Das Gesetz gestattet es dem Staat Trans-Kinder besser zu schützen und sie aus familiären Situationen zu entfernen, in denen ihre Geschlechtsidentität nicht anerkannt wird.

Bill 89 ersetzt alte Regelungen in Bezug auf Kinderschutz, Adoptionen und Pflegefamilien. Das neue Gesetz verlangt von allen diesen Einrichtungen und Maßnahmen bei ihren Entscheidungen „Abstammung, Geburtsort, Ethnie, Staatsbürgerschaft, Familienhintergrund, Behinderungen, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und kulturelle Identitäten“ zu berücksichtigen, bevor sie zum Beispiel Adoptiv- oder Pflegeeltern für ein Kind wählen.

„Eltern ist es nur gestattet, ‚über die Ausbildung und das Aufwachsen eines Kindes zu bestimmen, wenn dies im Einklang mit der Identität, Abkunft und kulturellen Identität des Kindes oder jungen Menschen geschieht.“

Ältere Gesetze hatten es Eltern gestattet, über Ausbildung und Religion ihres Kindes zu bestimmen. Bill 89 schränkt dieses Recht ein. „Eltern ist es nur gestattet, ‚über die Ausbildung und das Aufwachsen eines Kindes zu bestimmen, wenn dies im Einklang mit der Identität, Abkunft und kulturellen Identität des Kindes oder jungen Menschen geschieht.“

Michael Coteau, kanadischer Minister für Kinder und Familie, sagte bei der Vorstellung des Gesetzes: „Ich würde es als Kindesmissbrauch betrachten, wenn ein Kind sagt ‚Ich habe diese Identität‘  und ein Erziehungsberechtigter das Kind zwingen würde, es anders zu machen. Werden hierbei die Definitionen von Missbrauch erfüllt, ist es zukünftig möglich, dass die Behörden das Kind aus dieser für es gefährlichen Situationen entfernen und in die Obhut einer Person geben, die eine Umgebung schafft, in der dieser Missbrauch beendet wird.“

„Trans-Rechte sind Menschenrechte und wir müssen garantieren, dass wir díe Würde jedes einzelnen  Menschen verteidigen, egal wo und wann und auch ganz unabhängig davon, wer er ist“

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau, ohnehin ein Unterstützer der Community (MÄNNER-Archiv), hatte sich schon im Januar klar an die Seite von Transsexuellen gestellt (MÄNNER-Archiv). Während eines öffentlichen Auftritts in einer Schule, wurde er gefragt, wann die kanadische Regierung eine Justizregelung zu ändern gedenkt, wegen der Transsexuelle in Gefängnissen untergebracht werden, die nicht ihrem eigentlichen, sondern ihrem biologischen Geschlecht bei ihrer Geburt entspricht. Der Fragesteller bezeichnete die Praxis als „Folter”. Trudeau antwortete: „Ich werde sicherstellen, dass wir uns darum kümmern. Wie Sie wissen, bin ich ein Freund und Unterstützer der LGBTI-Community. Trans-Rechte sind Menschenrechte und wir müssen garantieren, dass wir die Würde jedes einzelnen  Menschen verteidigen, egal wo und wann und auch ganz unabhängig davon, wer er ist.”

Foto: Shutterstoch/Art Babych


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