Porno mit Leidenschaft

"Sensibilität und Feingefühl haben in der Pornoindustrie durchaus ihren Platz", sagt der Regisseur

Die Darsteller meist Laien, die Optik künstlerisch-romantisch, der Sex echt und nicht gespielt. Das ist der Stoff, aus dem der Pornokurzfilm „Thank you“ gemacht ist. Der aus Barcelona stammende Regisseur Noel Alejandro (30) dreht Filme mit Leidenschaft und über Leidenschaft. Der 08/15-Wichser ist hier an der falschen Adresse.

Noel, gewöhnlich basieren Pornos auf Sexszenen, in denen es manchmal sogar Handlungsstränge, selten sogar einen Plot gibt. Deine Filme hingegen basieren eher auf einer Geschichte und verwenden Sex als Instrument der Erzählung.

Naja, ich versuche nicht zu verbergen, dass es in meinen Filmen um Sex geht, aber ich mag es, diese Filme aus meiner eigenen Sichtweise zu erzählen. Porno muss nicht hässlich, flach oder vorgetäuscht sein. Ich denke, dass Sensibilität und Feingefühl in der Pornoindustrie durchaus ihren Platz haben. Es ist verrückt, dass kaum einer wirklich auf den Zug aufspringt. Oft ist der beste Weg, das Publikum in eine pornografische Erfahrung zu verstricken, indem man seine Models in einen Kontext setzt. Man muss ihre Emotionen zeichnen, vor und nach dem Sex und währenddessen sowieso.

Wer sagt, Porno darf nicht traurig oder melodramatisch sein?

Bist Du eine melancholische Person, wie es Deine Filme implizieren?
Ja, war ich schon immer. Ich hatte immer eine Verbindung zu meiner dunklen und traurigen Seite, versuchte immer, sie anzunehmen und ihr etwas Positives abzugewinnen. Heute kann ich sagen, dass es sehr gesund ist, seine eigene Seltsamkeit anzunehmen. Diese melancholische und dunkle Seite durch Pornografie zu entdecken, erweist sich als besonders und produktiv. Wer sagt, Porno darf nicht traurig oder melodramatisch sein?

Vor allem, weil all Deinen Filmen immer eine Sanftheit und Schönheit anhaftet.

Ich lege großen Wert auf alles, was mit dem Set, den Darstellern, dem Licht und den Farben zu tun hat. Ich lasse meine Akteure handeln, wie sie es gerade fühlen und suche
dann einfach die besten Einstellung. Im Schnitt werfe ich wirklich alles raus, was nicht funktioniert. Die meisten Pornos sehen deshalb nicht wie Spielfilme aus, weil man sich in der Produktion zu wenig Zeit nimmt – vor allem weil das natürlich nicht so lukrativ ist.

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Was fehlt den meisten Porno-Filmen? 

Die Optik. Die Haut, das Licht und natürlich das Vergnügen. Wie oft bricht man einen Porno ab, weil die Darsteller ganz eindeutig ihre Lust vortäuschen? Oder weil der klassische Pornostar sich gegen ein Fenster lehnt und seine perfekten sieben Tag in der Woche trainierten Muskeln präsentiert? Was hältst du von dem kalten Flächenstrahler auf ihren Körpern, der jeden Schatten ausradiert? Wo ist die Ausdrucksstärke in gegenwärtigem Porno? Wo die wahre Lust? Ich sehe sie in keinem der High-Studio-Streifen.

Du willst Noels Filme sehen oder Dich als Akteur vorstellen? Nur zu:
www.noelalejandrofilms.com

Fotos: Noel Alejandro


2 Kommentare

  1. Miguel Frübös

    Gutgemachte pornographische Filme bestehen auch nicht nur aus einem mechanischem Geschlechtsakt, sondern die prickelnde Erotik wird zwischen den Sex-Situationen erstellt! 🙂


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