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Hep Hep, Hurra?

Hepatitis: Woran merkt man, ob man sie hat und wie man sie gar nicht erst bekommt

Der 28. juli ist Welt-Hepatitis-Tag: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Ende 2016 beobachtet, dass sich die Fälle von Hepatitis A unter schwulen Männern vermehren. (MÄNNER-Archiv) Im Vergleich zu den fünf Vorjahren wurden für Berlin doppelt so viele Hepatitis A-Infektionen gemeldet. Auch in München haben sich mehr Männer, die Sex mit Männern haben, mit Hepatitis A angesteckt. Ein Rückgang sei nicht erkennbar, so dass mit weiteren Erkrankungen zu rechnen sei. (Auch Syphilis ist auf dem Vormarsch – MÄNNER-Archiv.)

Ein kleiner Guide zum fröhlich entspannten Umgang mit Hepatitis: Wie bekommt man das eigentlich?
A: Alle Hepatitis-Formen sind Viren-Infektionen. Der Hep-A Virus wird ausgeschieden und durch den Mund aufgenommen. Das kann durch nicht ausreichend gewaschene, verunreinigte Lebensmittel, verunreinigtes Wasser oder Eis genauso passieren, wie bei jeder Art von Arsch zu Mund-Kontakt beim Sex, auch mit den Zwischenstationen, Sexspielzeug, Finger oder Schwanz.
B: Hep-B Viren sind im Blut zu finden und eine winzige Menge reicht für eine Übertragung aus. Zum Beispiel Zahnfleischbluten beim Küssen, Sex, Sniefen durch einen geteilten Geldschein oder gemeinsam benutztes Röhrchen, beim Tätowieren oder Piercen, beim gemeinsamen benutzen von Zahnbürsten oder Rasierern.
C: Auch Hep-C wird über Blut übertragen. Zum Beispiel beim Spritzen oder Sniefen von Drogen mit geteilten Utensilien, aber besonders bei hartem oder sehr langem Sex, bei dem es öfter zu kleinen Blutungen kommt.

Drei Viertel aller Hepatitis C-Fälle sind schon chronisch, wenn sie diagnostiziert werden

Symptome dafür, dass man sich eine Hep eingefangen hat sehen so aus: Bei A, B und C sind die sehr ähnlich. Leichte Grippeartige oder keine Symptome. Manchmal gelbliche Verfärbungen der Augen oder Haut, dunkler Urin, heller Stuhl. Hat man einiges oder alles davon, bitte schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.
Diagnose und Behandlung: A: Kann durch einen Bluttest festgestellt werden, heilt aber so gut wie immer in zwei bis sechs Wochen aus. Danach ist der Betroffene immun gegen Hepatitis A. Hep B: Diagnose durch Bluttest, heilt meist von selbst aus. 10 – 20 Prozent aller Fälle werden chronisch und müssen langwierig und unter starken Nebenwirkungen, oder mit sehr, sehr teuren, neueren Medikamenten, ausgeheilt werden. Hep-C: Festgestellt wird eine Hep-C Infektion durch einen Bluttest, oft zu spät, drei Viertel aller Fälle sind dann schon chronisch und müssen entweder durch eine sechsmonatige Interferontherapie mit enormen, möglichen Nebenwirkungen oder, wenn man Glück hat, mit neuen, besseren, aber für die Kassen sehr teuren Medikamenten behandelt werden, was nicht immer klappt.

Vorbeugung: Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen

Die STIKO empfiehlt Impfungen gegen Hepatitis B für Menschen mit HIV und gegen Hepatitis A und B für Menschen mit einem Sexualverhalten mit einer hohen Infektionsgefährdung. Also besser vorbeugen: Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen, was wir, gerade wenn man mehr als zehn Sexualpartner im Jahr hat und härteren Sex geil findet, ratsam finden. Kondome verringern das Risiko, aber beseitigen es nicht ganz. Und egal, wofür du es danach benutzt: Gemüse und Obst vorher  bitte ordentlich waschen. Eine Impfung gegen Hepatitis C gibt es nicht. Da eine unbehandelte Hepatitis C zu schweren Schäden führen kann, solltest du folgendes beachten: Gummis beim Ficken, Handschuhe beim Fisten, ein eigenes Röhrchen beim Sniefen, eine eigene Nadel beim Spritzen. Eigenes Gleitgel, und ein neues Kondom für jeden neuen Mann vor deiner Flinte, auch und gerade in der Gruppe. Nimm deine eigene Zahnbürste und deinen eigenen Rasierer. Lass Wunden wie Fissuren oder nach der Entfernung von Feigwarzen vollständig abheilen. Und lass dich einmal im Jahr auf Hep-C untersuchen.

Foto: Shutterstock/Kiselev Andrey Valerevich


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