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Sex-Positiv im Netz

Die Serie „The PrEP Project“ erklärt unterhaltsam, wie man sich ohne Gummis vor HIV schützen kann

Mit der neuen Webserie „The PrEP Project” will Chris Tipton-King die Diskussion über schwule Safer-Sex-Regeln ins 21. Jahrhundert befördern. Der Titel ist zielführend. In einer Welt, in der Truvada als vorbeugende Pille gegen HIV-Infektionen funktioniert (MÄNNER-Archiv), müssen manche Regeln neu geschrieben werden. Oder wie Tipton-King es ausdrückt: „Mein Ziel ist es, die Diskussion um schwulen Sex von einem Klima der Angst in ein Klima der Aufgeklärtheit zu überführen.” Dafür hat sich der Filmemacher aus San Francisco einen illustren Cast aus Szene-Größen, Aktivisten und Porno-Prominenz an Land gezogen. Adult-Star Leo Forte ist ebenso mit an Bord wie PrEP-Aktivist Eric Paul Leue und Bodybuilding-Drag-Queen Rock Evans.

„Dieses Thema liegt mir am Herzen”, so Tipton-King. „Weil es dabei um meine Community geht. Es geht um die Leute, die ich kenne und liebe. Ich versuche den ganzen Regenbogen der Gay-Community abzubilden. In unserem Cast sind Schwarze, Latinos, Asiaten, Dicke und Dünne, Positive und Negative dabei.” Der Trailer zur Serie, die ab Mitte Mai zunächst mit vier fünfminütigen Folgen an den Start gehen soll, spiegelt sich diese Vielfalt zusätzlich in einem sprichwörtlich bunten Mix aus Stilmitteln. Es gibt campe Schauspiel-Sequenzen, Interviews und heiße Bettszenen. Der sex-positive Ansatz der Freude am Vögeln ist dabei von vornherein spürbar.

Klingt ein bisschen nach der überambitionierten Rhetorik von PrEP-Aktivisten, bei denen man irgendwann nicht mehr weiß, ob sie nur für PrEP oder in erster Linie gegen Kondome auf die Straße gehen

Auch dass „The PrEP Project” sich nicht vor Kontroversen scheut, zeigen schon die ersten Sekunden des Trailers. Da polemisiert PrEP-Aktivist Leue erst mal gegen den Gestank von Kondomen und ihre unangenehme Eigenschaft nach dem Orgasmus als „seltsame Ballons mit einer Flüssigkeit, die langsam kalt wird” am Schwanz rumzubaumeln. Klingt ein bisschen nach der überambitionierten Rhetorik von PrEP-Aktivisten, bei denen man irgendwann nicht mehr weiß, ob sie nur für PrEP oder in erster Linie gegen Kondome auf die Straße gehen – was ja dann auch wieder Blödsinn ist. Aber wenn der Regenbogen der Gay-Community tatsächlich vollständig abgebildet werden soll, müssten in „The PrEP Project” ja auch andere Meinungen vorkommen. Der sex-positive Ansatz ist zumindest schon mal spannend.

Alle Fotos: The PreP-Project.tv


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