Plenarsitzung des Saarländischen Landtages am Mittwoch 24 05 2017 in Saarbrücken Auf der Tagesord

LSU fordert Heinrichs Rücktritt

Der Landstagsvizepräsident fürchtet sich vor dem Einfluss von LGBTI auf die Familienpolitik der CDU

Äußerungen des Vizepräsidenten des saarländischen Landtags, Günter Heinrich, zur Ehe für alle, die man nur als homophob lesen kann, sorgen für Unruhe. Die Lesben und Schwulen in der Union im Saarland (LSU Saar) forderten in einer Pressemitteilung seinen Rücktritt.

„Landtagsvizepräsident und Mitglied der CDU-Fraktion im saarländischen Landtag, Günter Heinrich, drückte am heutigen Dienstag in der Saarbrücker Zeitung die Sorge aus, dass in Zukunft Homosexuelle zu großen Einfluss bekommen könnten: ‚In 20,30 Jahren werden sie bestimmen, was Familienpolitik ist. Das ist eine Gefahr, die ich sehe.‘ Dazu der LSU Saar-Landesvorsitzende Christian Düppre für den gesamten Landesvorstand: ‚Die Aussagen von Herrn Heinrich sind beschämend, absurd und homophob. Nach der Entscheidung für die Eheöffnung vor zu großem Einfluss von Homosexuellen zu warnen, entbehrt jeder Grundlage und lässt jedwedes Taktgefühl vermissen. Wir erwarten eine öffentliche Entschuldigung und fordern Herrn Heinrich auf, sein Amt als Landtagsvizepräsident mit sofortiger Wirkung zur Verfügung zu stellen.‘

Heinrich reagiert mit Unverständnis auf die Forderung

Aufhänger für den Artikel in der Saarbrücker Zeitung war der Brief der CDU-Landesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer an die rund 17.000 saarländischen CDU-Mitglieder, in in dem Sie erneut ihre Haltung zur Eheöffnung darlegt, als Gewissensfrage anerkennt und die Entscheidung des Bundestages bedauert, aber akzeptiert. „Der Brief der CDU Landesvorsitzenden an alle saarländischen CDU-Mitglieder war schlichtweg nicht notwendig und hat unnötige Parteigelder gekostet, überschlagen mehr als 5 000 Euro. Dieses Geld hätte man besser in Aufklärungsprojekte gegen Homo- und Transphobie gesteckt“, so Düppre abschließend.

Heinrich reagierte gegenüber der Saarbrücker Zeitung mit Unverständnis auf die Forderung der LSU. „Ich sehe keinen Grund dafür. Es gibt unterschiedliche Meinungen in der CDU. Ich bleibe bei meiner Äußerung“. Seine Kritik richte sich nicht gegen Schwule und Lesben, sondern wolle nur inhaltlich zum eigentlichen Kern der CDU-Familienpolitik zurück, der Ehe zwischen Mann und Frau.

Foto: Imago/Becker&Bredel


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