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UK feiert „muslimische Homo-Hochzeit“

Zwei Männer wollen der Welt zeigen, dass man auch als Muslim schwul heiraten kann

Großbritannien feiert derzeit die „erste muslimische Hochzeit eines gleichgeschlechtlichen Paars“. In den West Midlands gaben sich der 19-Jährige Sean Rogan und der 24-jährige Jahed Choudhury in einer Zeremonie mit traditionellen islamischen Gewändern das Ja-Wort. Die beiden sind seit zwei Jahren ein Paar. Rogan ist Brite, Choudhury stammt aus Bangladesh, wo er im islamischen Glauben erzogen wurde und deshalb lange mit seinem Schwulsein haderte. Er will die Hochzeit als Signal für andere Schwule in seiner Heimat verstanden wissen, wo erst kürzlich eine homophobe Razzia für Aufsehen sorgte (siehe MÄNNER-Archiv).

Die Boulevardpresse feiert, in Online-Foren wird die Hochzeit kritischer gesehen

Das mit der Signalwirkung klappt ganz gut. Die britische Boulevardpresse bauscht die Geschichte derzeit zur großen Lovestory auf, deren Emotionalität sich erstens aus der Tatsache speist, dass Choudhury wegen seiner Homosexualität Selbstmordgedanken hatte, vor denen sein Mann ihn „errettete“, zweitens daraus, dass das Ganze als „erste muslimische Homo-Hochzeit“ verkauft wird. In Online-Foren sieht man es derweil kritischer. Neben Geschimpfe von Moslems, die ihre Traditionen verunglimpft sehen, wird weiterhin kritisiert, dass Sean Rogan nicht islamisch aufwuchs, man also nicht wirklich von einer „muslimischen Hochzeit“ sprechen kann. Zudem habe eine gleichgeschlechtliche Eheschließung im liberalen Großbritannien erst mal wenig Auswirkungen auf homophobe Restriktionen in islamischen Ländern.

„Wir zeigen der ganzen Welt, dass es möglich ist schwul und Muslim zu sein“

Am Ende ist es in erster Linie die traditionelle Kleidung, die der Zeremonie ihren symbolischen Wert verleiht. Hinzu kommt die Botschaft, die Jahed im Magazin Express & Star medienwirksam an schwule Muslime rausschickt: „Ich möchte Menschen, die das Gleiche durchmachen wie ich, zeigen, dass es okay ist. Wir zeigen der ganzen Welt, dass es möglich ist schwul und Muslim zu sein.“ Die Tatsache, dass nicht die ganze Welt mit dieser Meinung übereinstimmt, wird allerdings schon durch die schlichte Tatsache illustriert, dass Jaheds Familie nicht zur Hochzeit erschien: „Die wollen das nicht sehen.“

HOCHZEITSVIDEO – INKLUSIVE TIEFGRÜNDIGER KOMMENTARE DER EHEMÄNNER:


Titelbild: Screenshot / Youtube


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