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Die Regenbogenfamilien-Ministerin

Familienministerin Katarina Barley profiliert sich als Fag-Hag der Nation. Was steckt dahinter?

Anlässlich der Berliner Pride-Week wehen derzeit vorm Familienministerium die Regenbogenflaggen, nachts werden die Fenster in Regenbogenfarben illuminiert und beim CSD-Empfang am Montag sagte die Herrin des Hauses, Familienministerin Katarina Barley, Sätze wie: „Gleichgeschlechtliche Paare müssen die gleichen Chancen bei der Adoption haben wie alle anderen Paare auch“ oder „Wir müssen anfangen, Menschen in jungen Jahren über Vielfalt aufzuklären, denn sie gehört zu unserer Gesellschaft dazu!“

CSD-Saison und Ehe für alle machen LGBT-Politik zum properen Wahlkampfthema

Nach nur 46 Tagen im Amt hat sich die neue Barley als klare Verfechterin  von Gleichstellungspolitik und als Freundin der LGBT-Szene positioniert. Das ist zugegebenermaßen gerade auch einfach, denn es ist CSD-Saison und dank der Einführung der Ehe für alle (deren Durchsetzung sich Barleys Partei, die SPD, federführend auf die Fahne schreibt) kann man mit LGBT-Politik proper Wahlkampf machen.

Von „Für Toleranz und Respekt – an jedem Tag im Jahr“ bis „Diversity, Yes Please!“

Trotzdem ist Barley glaubwürdig in ihrem Bekenntnis zu einer diversen Gesellschaft. Schon bevor sie am 2. Juni  das Amt der Familienministerin von Manuela Schwesig übernahm, forderte sie eine diverse Gesellschaft. Als SPD-Generalsekretärin sprach sie sich in einem Tweet zum International Day Against Homophobia and Transphobia (IDAHOT) „Für Toleranz und Respekt – an jedem Tag im Jahr“ aus, beim CSD Stuttgart 2016 ging sie mit einem „Diversity, Yes please“-Banner auf die Straße.

Barley: „Es gibt für die Vielfalt der Familien keinen Regelfall“

Ihre weltoffene Haltung verdankt die 48-Jährige auch ihrem Werdegang. Sie wuchs als Tochter eines Briten und einer Deutschen in Köln auf, studierte zwei Semester in Paris, wo sie ihren Mann kennenlernte, von dem sie mittlerweile geschieden ist. Sie hat zwei Söhne, einer erwachsen einer im Teenager-Alter. Die Kinder wuchsen abwechselnd bei ihr und beim Vater auf. Das prägte Barleys Verständnis von Familie, das sie in der Saarbrücker Zeitung kürzlich so auf den Punkt brachte: „Es gibt für die Vielfalt der Familien keinen Regelfall.“

Forderungen: Kollektiventschädigung, Aktionsplan zur geschlechtlichen Vielfalt

Beim Berliner CSD-Empfang pries Barley das Jahr 2017 als „historisches Jahr für die Gleichstellung“. Es sei nicht nur die Ehe für alle auf den Weg gebracht worden, auch die Entschädigung der Opfer des Paragraphen 175 sei ein „Meilenstein in der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Liebe“. Sie gehört allerdings nicht zu denen, die meinen, damit sei alles erreicht. Vielmehr fordert sie für bereits gestorbene Opfer des Paragrafen 175 eine Kollektiventschädigung und einen Härtefallfonds. Zudem müsse ein Nationaler Aktionsplan zur geschlechtlichen Vielfalt her. Bei den Zahlen unten kannst du dich zu einer Reihe ihrer Tweets zu LGBT-Themen weiterklicken.

Titelfoto: SPD / Susie Knoll


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